18.09.2018 - 17:11 Uhr
BurglengenfeldDeutschland & Welt

Dem "Man in Black" nah gekommen

"Folsom Prison Band" überrascht mit Johnny-Cash-Interpretation in Burglengenfeld

Country, Rock ’n’ Roll und Hillbilly mixen sie zu einem unterhaltsamen Abend: Martin Langer (links) und Roman Hofbauer sind die „Folsom Prsion Band“.
von Autor HOUProfil

Der Abend ist wie ein Kessel Buntes. Country und Rock'n'Roll, Hillbilly dazu und viel von dem, was die Amerikaner Guitar Pickin' nennen. Ein musikalischer Ausflug zu Leuten, die längst das Zeitliche gesegnet hat. Mit zwei Männern, die aus dem niederbayerischen Osterhofen und dem österreichischen Salzburg stammen. "Folsom Prison Band" nennen sie sich.

Es wäre gut, wenn sie einen Schlagzeuger hätten. War ja bei Johnny Cash auch so, wenn er auf Tour ging. Der legendäre "Man in Black" steht im Fokus, wenn Roman Hofbauer und der hünenhafte Martin Langer die Leute unterhalten. Fast wie ein Clubkonzert, dieser Aufritt im Burglengenfelder Veranstaltungszentrum (VAZ). Manche mit Cowboyhut, andere im Harley-Davidson-Shirt. Das Publikum ist gerüstet.

Hofbauer gibt Johnny Cash. Mit einer Stimme, die seinem Idol nahe kommt. Sonor, monoton - der Sound eines Mannes eben, der Nummern wie "San Quentin" machte. Doch es gibt nicht nur die immer wieder gespielten Gassenhauer. Da sind auch Songs wie "Guess Things Happen That Way". Und plötzlich ist es, als stünde dieser Mann aus Kingsland/Arkansas selber auf der Bühne. Als Elvis Presley am 10. September 1954 "Just Because" aufnahm, war Gitarrist Scotty Moore neben ihm. Martin Langer macht diesen Evergreen. An Elvis kommt er nicht heran. Aber irgendwie spielt er wie Scotty damals in den Sun-Studios von Memphis. Ein Guitar-Picker mit Qualitäten, der bei Presley bleibt und zusammen mit Hofbauer eine ziemlich verrückte Version von "Jailhouse Rock" abliefert. Ohne Anspruch auf das Original und gerade deswegen hörenswert.

Ansonsten: Erinnerungen an Carl Perkins und Buddy Holly, Chuck Berry, Willie Nelson und Hank Williams. Songs aus dem Archiv und auf die Bühne gebracht von einem Duo, das Spaß an der Musik vergangener Tage mitbringt. Dabei haben Roman Hofbauer und Martin Langer die Messlatte ziemlich hoch gehängt. Der Weg zum Slapstick ist da nicht weit. Doch der Niederbayer und der Österreicher bleiben auf Augenhöhe mit denen, die sie interpretieren.

Johnny Cash und Elvis gehörten zusammen mit Jerry Lee Lewis und Carl Perkins zum legendären "Million Dollar Quartet", das nur ein einziges Mal in Memphis eine Session zusammen spielte. Lange bevor Presley mit der Nummer "Little Sister" einen Hit landete. Den bringt Martin Langer in eine eigene Version - und schafft es damit zum Highlight dieser Veranstaltung.

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