"Selection", heißt Gené Neurieders Ausstellung in Burglengenfeld - "Auswahl". Der Titel ist bezeichnend. Denn die Malerin aus Beratzhausen lässt sich in keine Schublade stecken.
"Ich mache mein eigenes Ding", sagt sie mit dem Selbstbewusstsein einer Frau, die im Alter von etwa 40 Jahren den Beruf an den Nagel gehängt hat, um sich professionell ihrer eigentlichen Leidenschaft hinzugeben: der Malerei. Seitdem malt Gené Neurieder. Ohne Schranken und ohne Vorbilder. In kräftigen Farben und dynamischen Strichen. Gegenständliches und Abstraktes. Bilder von Städten, vom Dschungel und vom Weltall. "Vielfalt", so bezeichnet die Künstlerin selbst auch die Schau, die im Oberpfälzer Volkskundemuseum nun einen Eindruck gibt von ihrem Schaffen. Dieser gleicht einem Blick in ein buntes Kaleidoskop.
Verwirrende Perspektiven
Und das beginnt mit figurativen Arbeiten, die afrikanische Tänzerinnen oder eine Regenbogenschlange zeigen. Gefolgt von abstrahierten Bildern, die Städte oder Gärten nur erahnen lassen. Und schließlich sind da rein geometrische Darstellungen, grafische Muster, die den Betrachter durch verwirrende Perspektiven ins Bild hineinziehen wie ein Sog.
"Aus der Situation"
Auch wenn es nahe liegend wirkt: Chronologisch geordnet ist der Werkeinblick Gené Neurieders in Burglengenfeld nicht. Die Künstlerin, die keine Festlegung auf einen Stil mag, malt situationsbedingt stets so, wie es gerade passt. "Es kommt immer aus der Stimmung heraus", sagt sie.
Zum Jahr der Astrologie etwa malte sie Bilder des Kosmos. Nach einer Reise malt sie ihre Eindrücke. Letzteres kommt häufig vor, denn Gené Neurieder ist oft unterwegs. Sich dabei auf stimmungsvolle Natureindrücke festnageln zu lassen, wäre gegen ihre Natur. Nach einem Thailand-Aufenthalt hat sie nicht nur den üppigen Dschungel verewigt, sondern auch das Gewirr von Autobahnen in Bangkok.
Was genau der Betrachter in den meist farbenfrohen Bildern Neurieders erkennt, überlässt die Künstlerin jedem selbst. Und hört mitunter interessiert zu. Etwa wenn sich eines ihrer Werke im Auge des Betrachters plötzlich als "Kirchenfenster" entpuppt. "Man glaubt gar nicht, was die Leute alles sehen", bemerkt Gené Neurieder. Mit ihrer "Selection" in Burglengenfeld bietet sie dem interpretationswilligen Betrachter eine breitgefächerte Spielwiese. Die Ausstellung "Selection" mit Arbeiten von Gené Neurieder läuft bis Sonntag, 21. Oktober, im Oberpfälzer Volkskundemuseum (Berggasse 3) in Burglengenfeld. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag sowie Sonntag von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.













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