Burglengenfeld."Woodstock"-Verhältnissen sind die Veranstalter lieber aus dem Weg gegangen. Statt der ursprünglich geplanten Location im Steinbruch hat man die Zelte lieber in der Packhalle des Zementwerkes aufgeschlagen. Einerseits schade, weil das Wetter trotzdem ausgehalten hat, andererseits aber auch reizvoll wegen des ungewöhnlichen und doch irgendwie passenden Ambientes in der Halle. "Drei Tage in drei Stunden" - das haben sich die Veranstalter auf die Fahne geschrieben. Und das Konzept geht auch erstaunlich gut auf. Kleine Theaterszenen werden kombiniert mit Videoprojektionen historischer "Woodstock"-Aufnahmen - vor allem steht aber die Musik des Festivals im Mittelpunkt.
Kein Wunsch bleibt offen
Über 30 Band- und Solo-Künstler waren damals im Einsatz und zelebrierten "Three days of peace & music". Einen Großteil davon kann man auch auf der Bühne in Burglengenfeld erleben. Los geht es mit dem Einzug der Künstler in die Halle, wo sie "unplugged" die ersten Klänge zum Besten geben. Den Auftakt auf der Bühne macht anschließend - analog dem "Original" - Richie Havens mit seinem legendären "Freedom". Die Theaterbühne wird zum berühmten Open Air-Gelände in den Catskill Mountains - zwar verdichtet und manchmal könnte die Bühne vielleicht auch ein paar Quadratmeter mehr Größe vertragen, aber musikalisch bleibt kein Wunsch offen.
Der Erfolg hat mehrere Pfeiler: Das sind zum einen die Leadsänger Martin van der Starre und Thomas Meeuwis. Egal, wen sie verkörpern, sie wollen keine reinen Kopien sein, sondern geben den Songs die eigene Note. Klar, dass bei einem Joe Cocker natürlich die "Urschreie" und die typischen Gesten nicht fehlen dürfen. Und so klingen dessen "With a little help from my friends", Tim Hardins "If I were a carpenter" und Jimi Hendrix' "Purple Haze" genau so, dass es den Zuhörern gefällt und nicht mit Zwischenapplaus gegeizt wird.
Grandiose Stimme
Mit einer grandiosen Stimme kann auch Muriel te Loo aufwarten, die sowohl den Songs von Janis Joplin wie "Mercedes Benz" und "Piece of my heart" oder auch Joan Baez' "We shall overcome" Leben einhaucht. Laurens ten Den schlüpft in die Rolle des Lichttechnikers, der als Conférencier durch das Festival führt. Auf geistreiche und unterhaltsame Weise bringt er Struktur in das Chaos (besucht es zumindest) und sorgt dafür, dass jeder mit einem Gefühl von "Peace" und "Love" nach Hause geht.
Diese Show hat natürlich nicht die Aufgabe, den "Mythos" Woodstock zu entzaubern, gleichwohl werden Probleme aber auch angesprochen: Das Schlammchaos, der Wassermangel, die mitunter nicht vorhandene Organisation. Und auch die Doppelmoral mancher Kritiker wird aufgezeigt - einerseits zu klagen, dass 17-jährige Mädchen unter freiem Himmel schlafen, anderseits aber nicht zu zögern, 17-jährige Jungen in den Vietnam-Krieg zu schicken.
Santana, The Who, Jefferson Airplane und viele mehr werden in der Show verewigt. Höhepunkt des Abends ist zweifellos der Part, als die Musik von CCR erklingt: "Who'll stop the rain", zu "Bad moon rising" und "Proud Mary" darf dann auch das Publikum auf die Bühne zum Mitsingen und Mittanzen. Die Show wird zum großen "Happening", die in einem fulminanten Finale endet. Viel Applaus für eine Musik, die unsterblich ist.













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