Cham in der Oberpfalz
13.04.2022 - 15:49 Uhr

Exhumierung in Cham: Pfleger weiter unter Mordverdacht

In Cham wurde eine Seniorin exhumiert. Es ist bereits die zweite Exhumierung in Zusammenhang mit einem ehemaligen Altenpfleger, der verdächtigt wird für die Tode verantwortlich zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

Eine 95-Jährige aus Cham wurde exhumiert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen bereits mordverdächtigen Pfleger laufen. Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand
Eine 95-Jährige aus Cham wurde exhumiert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen bereits mordverdächtigen Pfleger laufen.

Die Polizei hat am Dienstag den Leichnam einer 95-Jährigen am Friedhof Chammünster exhumieren lassen. Hintergrund sind laufende Ermittlungen gegen einen Altenpfleger seit letztem Jahr. Zuerst berichtete die Mittelbayerische Zeitung. Ein Sprecher der Polizei Regensburg bestätigte die Exhumierung der Seniorin gegenüber Oberpfalz-Medien. Die 95-Jährige verstarb vergangenes Jahr während der Schicht des verdächtigten Pflegers in einem Pflegeheim, in der Nähe von Cham. Noch diesen Mittwoch soll die Leiche in Erlangen obduziert werden. "Ob oder was wir genau entdecken, ist noch unklar" und sei vom Zustand des Leichnams abhängig, sagt ein Polizeisprecher.

Es ist bereits das zweite Mal im Laufe dieser Ermittlungen, dass eine Leiche auf richterlichen Beschluss hin wieder ausgegraben wurde. Im Dezember letzten Jahres wurde eine 80-jährige Seniorin aus Furth im Wald exhumiert und untersucht. Dabei stellte die Obduktion laut einem Sprecher der Regensburger Polizei einige Knochenbrüche aufgrund eines Sturzes fest. Deshalb war "die Eintragung des natürlichen Todes im Totenschein unrichtig", heißt es von einem Polizeisprecher.

Grund für die Exhumierung der Furtherin war die Anzeige einer Kollegin des Pflegers. Diese soll den 24-Jährigen dabei erwischt haben, wie er einen Heimbewohner mit Hilfe eines Kissens ersticken wollte. Daraufhin wurde der Pfleger entlassen und es wurden Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Es gehe darum auszuschließen, "dass es bereits vor der gemeldeten Attacke mit dem Kissen zu Taten gekommen sei, die niemand bemerkt habe", äußert sich die Staatsanwaltschaft gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung.

Die aktuelle Exhumierung folgte auf die Auswertung mehrerer Akten zu Todesfällen im Heim, in dem der Pfleger zwei Jahre lang tätig war. Dafür analysiere die Polizei und die Staatsanwaltschaft die Todesfälle in diesen Jahren während seiner Dienstzeiten und überprüfe sie auf Auffälligkeiten, erklärt ein Sprecher der Polizei Regensburg. Weitere Exhumierungen in diesem Zusammenhang konnte der Polizeisprecher nicht ausschließen.

Die Staatsanwaltschaft habe laut Mittelbayerischer Zeitung mitgeteilt, dass der Verdächtige nicht voll schuldfähig sein könnte. Deshalb sei er aktuell in der geschlossenen Abteilung eines Bezirkskrankenhauses untergebracht. Derzeit gebe es keine Beweise, dass der Pfleger am Tod der beiden exhumierten Seniorinnen beteiligt gewesen sei.

 
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