Känguru in Cham ausgebüxt

In Untertraubenbach (Cham) ist am Samstag ein Känguru aus einem Gehege entlaufen. Die Polizei sucht nun nach dem Tier.

Dieses Wallaby wird in Cham vermisst.

Die Gelegenheit war günstig. Da stand am Samstag für einen Moment zu lange das Türchen auf, und schon spazierte das Wallaby nach draußen. Seitdem vermisst Wolfgang Hoffmann aus Untertraubenbach eines seiner Kängurus. Wobei, so richtig vermisst er es nicht. „Es wandert im Dorf herum“, sagt er. Immer wieder sichten Nachbar oder er selber das Tier, aber so richtig überreden ließ sich der Hopser noch nicht, wieder nach Hause zu gehen.

„Das Problem ist, dass die überall was zu fressen finden, es also gar keine Notwendigkeit gibt, wieder zum heimischen Futtertrog zurückzukehren“, erklärt Hoffmann. Seit drei Jahren hält er sich die graubraunen Tiere mit hellem Bauch. „Das sind keine Großkängurus, sondern Wallabys, eine Zwergart.“ Die werden nur knapp einen Meter groß – und machen nur kleinere Hüpfer. „Mei, die springen keinen Meter“, behauptet Hoffmann. So hoch ist nämlich der Zaun zum Ziergeflügel, das Hoffmann züchtet. „Und da kommen die nicht rüber.“ Über die Geflügelzucht sei er auch aufs Känguru gekommen. Bei einem Kollegen hat er die posierlichen Tiere gesehen.

„Und die sind ja wirklich ganz witzig und nett anzuschauen“, findet er. „Vor allem, wenn sie Junge haben.“ Also hat er sich selbst Wallabys zugelegt. „Mein Anwesen liegt am Dorfrand, ich kann die ganz gut als Rasenmäher gebrauchen.“ Die Wallabys sind Selbstversorger und fressen alles, „was Hasen auch fressen“. Sorgen um den Ausbrecher muss sich also niemand machen. Er wird nicht verhungern und nicht verdursten. Auch Kälte oder Schnee macht dem Tier nichts aus, denn obwohl es in ihrer Heimat Australien sehr heiß ist, kommen die Wallabys in europäischen Gefilden mit der Kälte sehr gut zurecht.

„Ich hoffe trotzdem, dass es zurückkommt“, sagt Hoffmann. „Es ist zwar zutraulich“, sagt sein Besitzer, aber „eigentlich nur mir gegenüber“. In freier Wildbahn verliert sich das schnell. Deshalb sollen sich Nachbarn oder Passanten, die das Känguru sichten, am besten direkt an die Polizei Cham, Telefon 0 99 71 / 8 54 50, wenden.

„Ich hoffe ja, dass es sich irgendwo in einen Hof verirrt, oder einen Stall, so dass man einfach s’Türl wieder zumacht, damit ich den Ausreißer wieder abholen kann“, sagt Hoffmann. Dann würde die Flucht des Wallaby so unspektakulär enden, wie sein Spaziergang anfing.

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