China setzt die Maßstäbe - aber der Erfolg steht lange nicht fest

Nur Erfolgsmeldungen: Zum 70. Jubiläum seiner Gründung scheint China das Staatsmodell der Zukunft. Doch ausgemacht ist der vermeintlich sichere Erfolg noch lange nicht, kommentiert Wolfgang Würth

China auf dem Vormarsch. Aber ist das Land tatsächlich das Zukunftsmodell für die Welt?
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Kein Zweifel: Es ist das derzeit spannendste Land dieser Erde, das da am Dienstag 70. Geburtstag feierte. In so vielen Bereichen lohnt sich der Blick nach China, weil dort Entwicklungen ablaufen, die die ganze Welt betreffen. Wird China mit der extremen Umweltverschmutzung fertig, die der Wirtschaftsboom mit sich bringt? Wie geht das Land die demografischen Probleme an, die seine "Ein-Kind-Politik" verursacht? Wie lange kann China die Wachstumsraten aufrecht erhalten, wenn andere Länder zunehmend auf "faire" und gleiche Wettbewerbsbedingungen pochen? Und dann ist da noch die Frage, wie sehr sich digitale Technik zur Kontrolle der Bevölkerung einsetzen lässt. Während im Westen noch Schreckensszenarien totaler Überwachung an die Wand gemalt werden, wagt China längst dieses Experiment.Dass dieses gelingt, ist nicht ausgemacht. Das zeigen die Menschen in Hongkong, die derzeit für ihre Freiheit auf die Straße gehen. Auch in den anderen Bereichen, in denen China vermeintlich die Maßstäbe setzt, steht der Erfolg nicht fest. Darüber sollten sich alle Bewunderer chinesischer Finanzkraft und Entscheidungsfreude im Klaren sein. Es mag sein, dass die Flughäfen schneller fertig werden als in Berlin. Persönliche Freiheit, Rechtssicherheit und demokratische Teilhabe lassen sich durch solche Erfolgsmeldungen nicht ersetzen.

Chinas Armee ließ bei den Feierlichkeiten mit einer Parade die Muskeln spielen.

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