Deutschland und die Welt
22.04.2022 - 08:45 Uhr

"Fall Maddie": Schritte gegen Deutschen eingeleitet

2007 verschwand die dreijährige Maddie aus einem Ferienhaus an der Algarve. 2020 fiel der Verdacht auf den Deutschen Christian B., nun leitet die Staatsanwaltschaft Schritte ein.

Kate und Gerry McCann, Eltern der verschwundenen Maddie, bei einem Such-Aufruf im Jahr 2012. Archivbild: John Stillwell
Kate und Gerry McCann, Eltern der verschwundenen Maddie, bei einem Such-Aufruf im Jahr 2012.

Es kommt wieder Bewegung in den Fall des verschwundenen Mädchens Maddie. Ein Deutscher sei nun offiziell beschuldigt worden, teilte die Staatsanwaltschaft im portugiesischen Portimão am Donnerstag mit. Angaben zum Beschuldigten machte sie nicht.

Dass es sich dabei aber um den zurzeit wegen Vergewaltigung inhaftierten Christian B. handelt, ist spätestens seit einem Statement seines Anwalts gegenüber der "Bild" klar. Für ihn ist der Schritt der portugiesischen Behörden jetzt nicht überraschend, da sie die in wenigen Tagen anstehende Verjährung des Verbrechens abwenden wollen. Das Schreiben aus Portugal ist derweil bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg eingegangen.

Maddie verschwand 2007 aus einem Ferienhaus an der Algarve, während ihre Eltern in einem Restaurant saßen. Trotz großangelegter internationaler Fahndungen wurde der Fall nie aufgeklärt, von dem Mädchen fehlt bis heute jede Spur.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gab im Juni 2020 bekannt, dass sie Mordermittlungen gegen Christian B. eingeleitet hatte. B. ist wegen Sexualdelikten vorbestraft und lebte von 1995 bis 2007 regelmäßig an der Algarve.

Bereits 2017 war er wegen sexuellen Kindesmissbrauchs von Portugal an Deutschland ausgeliefert worden. 2018 verließ er Deutschland nach Italien, wurde wenig später aber wegen eines Drogendelikts erneut an die Bundesrepublik ausgeliefert. B. sitzt derzeit wegen einer Vergewaltigung eine siebenjährige Haftstrafe ab.

 
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