London
12.10.2022 - 09:28 Uhr

Downing Street-Kater Larry haut Fuchs

Kater Larry hat in der Londoner Downing Street das Sagen - jedenfalls, wenn es um das Verjagen von ungebetenen Besuchern geht.

Kater Larry hat einen eigenen Twitteraccount - und kommentiert die Lage. Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
Kater Larry hat einen eigenen Twitteraccount - und kommentiert die Lage.

Claudia Moser mit dpa

Sein offizieller Titel lautet "Chief Mouser": Der Kater Larry versieht seit mehr als zehn Jahren seinen Dienst im Amtssitz der britischen Premiers in der Londoner Downing Street. In der für die Öffentlichkeit abgesperrten Downing Street, die oft von Fotografen und Kameraleuten belagert wird, sorgt er oft für Abwechslung oder stiehlt den Politikern gar die Show. Beispielsweise, wenn er bei einer nächtlichen Begegnung mit einem Fuchs plötzlich zuschlägt.

Das Video zeigt den Kater am späten Montagabend vor dem Eingang der Downing Street 10. Er nähert sich langsam einem Fuchs und lässt den ungebetenen Besucher dabei nicht aus den Augen. Der Fuchs sucht im Vorgarten nach einem Versteck, doch Kater Larry lässt sich davon nicht abhalten. Er rennt auf den Fuchs zu und verpasst ihm mit der Pfote einen mächtigen Hieb. Mit den Worten "Fox off" teilte "Larry" das Video auf Twitter und sorgte damit für viele Klicks und viele Lacher.

Mit knapp 700 000 Followern hat der Account @Number10cat eine größere Reichweite als die neue Regierungschefin Liz Truss. Hinter den Tweets steckt eine einzige Person, die ihre Identität geheim halten will und lediglich klarstellt, dass es sich nicht um einen offiziellen Account handelt. Überrascht ist sie über ihren Erfolg nicht. "Hunde mögen die besten Freunde des Menschen sein, aber Katzen schmeißen das Internet", so der "Twitter-Larry" auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur und fügt hinzu: "Es stellt sich heraus, dass Katzenfotos und Politik eine unwiderstehliche Mischung sind!"

Die Posts sind oft kritisch-satirische Kommentare zur Tagespolitik und den Äußerungen des Premiers verbunden mit Bildern von Larry und Katzen-Memes. Glaubt man dem Twitter-Account, ist Larry keineswegs begeistert von seinen bisherigen Mitbewohnern. Ob die neue Regierungschefin mit mehr Wohlwollen rechnen kann, ist laut "Twitter-Larry" nicht wahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Katzen seien zwar "immer natürlicherweise zynisch und kritisch, aber unterstützten auch gleichermaßen, wenn ihnen gefällt, was sie sehen".

Der inzwischen 15 Jahre alte Larry macht noch immer einen fitten Eindruck. Da bereits spätestens in zwei Jahren die nächste Parlamentswahl ansteht, ist nicht auszuschließen, dass er den Amtssitz mit mindestens noch einem weiteren Regierungschef teilen wird.

Sollte der weiß-braune Kater mit Tigermuster sterben, will auch sein Alter Ego auf Twitter hinschmeißen. "Wenn es keinen Larry gibt, gibt es kein Profil. Es lebt, solange er lebt."

Doch es scheint gut möglich, dass auch Larrys Posten dann wieder neu besetzt wird, denn der Regierungssitz hinter der Tür mit der Nummer 10 ist wie viele Häuser in der britischen Hauptstadt von Mäusen geplagt. Kaum ein repräsentatives Gebäude, in dem nicht die kleinen schwarzen Kästchen mit Giftköder an den Sockelleisten die Anwesenheit der kleinen Nager verraten, wenn man sie nicht selbst am helllichten Tag herumhuschen sieht.

Dabei bräuchte man angesichts des Ausmaßes vermutlich eine ganze Kompanie Katzen, um dem Problem Herr zu werden. Auf der Webseite der britischen Regierung nimmt man es mit Humor. "Zu seinen täglichen Pflichten gehört auch, über eine Lösung für die Maus-Besetzung des Hauses nachzudenken", heißt es dort. Doch das sei immer noch in der "Planungsphase".

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