06.09.2026 - 13:44 Uhr

Drohnenvorfall Leipzig: Lawrow nennt Vorwürfe „echten Krieg“

Am Leipziger Flughafen wird Sprengstoff gefunden, die Bundesregierung sieht Russland am Werk. Doch die Moskauer Führung betrachtet genau diese Zuschreibung als Kriegserklärung.

Russlands Außenminister Lawrow ist für harte Worte bekannt. (Archivbild) Bild: Sergei Ilnitsky/Pool EPA via AP/dpa
Russlands Außenminister Lawrow ist für harte Worte bekannt. (Archivbild)

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nennt die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen in Leipzig den „Beginn eines echten Krieges“. Dem russischen Staatsfernsehen sagte der Minister: „Leipzig, Flughafen (...) Da haben sie eine Drohne gefunden. Haben gesagt, dass es eine russische Drohne ist. Geklärt hat das niemand. Das ist genau genommen der Beginn eines echten Krieges.“

Die deutschen Sanktionen wie die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Kulturinstituts in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow. Offenbar wollten die Deutschen wieder Krieg, wurde er auf der Website der Nachrichtensendung „Westi“ zitiert. Der russische Chefdiplomat ist für seine harte Wortwahl bekannt.

Bundesregierung prüfte vier Wochen lang

Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine Drohne mit einem Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs gefunden worden. Eine Explosion gab es nicht. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden. Nach vier Wochen Prüfung schrieb die Bundesregierung Anfang September den versuchten Anschlag russischen Geheimdiensten zu.

Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Operationen russischer Nachrichtendienste ist.

© dpa-infocom, dpa:260906-930-641563/1

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