08.04.2021 - 19:06 Uhr
Eger (Cheb)Deutschland & Welt

Corona-Lage in Tschechien entspannt sich

Die Inzidenzen im Nachbarland liegen an der Grenze zur Oberpfalz jetzt wieder unter 100, das entlastet auch die angrenzenden Kreise in Bayern. Aber hat der Trend auch Bestand?

Kerzen und Blumen liegen neben weißen Kreuzen, die auf das Pflaster eines Platzes in Eger gemalt wurden. Die Kreuze erinnern an die Opfer der Corona-Pandemie.
von Miriam GrafProfil

Aufatmen in Tschechien: Die Zahl der mit Corona Infizierten geht seit Tagen kontinuierlich zurück, vor allem in der Grenzregion zu Bayern. Die hohen Fallzahlen im Nachbarland galten bisher als ein Grund, warum in den ostbayerischen Grenzlandkreisen die Inzidenzen so hoch sind.

Cheb (Eger), einer der tschechischen Bezirke, die an die Oberpfalz grenzen, hatte am Donnerstag mit 28 die niedrigste Sieben-Tag-Inzidenz des Landes. Das meldete das tschechische Gesundheitsministerium. Auch in den Grenzbezirken Domažlice und Tachov (Tachau) mit Inzidenzen von 92 und 75 hat sich die Corona-Lage im Vergleich zur drastischen Situation im Februar entspannt: Am 23. Februar lag die Inzidenz des Bezirks Domažlice laut offiziellen Angaben noch bei 681, in Cheb bei 743. Im Bezirk Tachov lag am 28. Februar die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner sogar bei 1802. Krankenhäuser waren überlastet, Patienten wurden in Kolonnen abtransportiert.

Insgesamt starben bis Donnerstag knapp 27 500 Tschechen am Coronavirus. In Deutschland starben 77 000 Menschen an Corona, die Bundesrepublik hat jedoch achtmal so viele Einwohner wie Tschechien.

In Tschechien grassierte lange die britische Virusvariante. Von dort aus habe sie sich unter anderem in den Landkreis Cham verbreitet, sagte Landrat Franz Löffler (CSU) auf Anfrage. Seit dem 28. März stuft das Robert-Koch-Institut Tschechien nicht mehr als Virusvarianten-, aber immer noch als Hochinzidenzgebiet ein. Am Donnerstag lag die Inzidenz Tschechiens bei 265. Damit ist sie immer noch deutlich höher als die Inzidenzen von Deutschland (106) und Bayern (121).

Die niedrigeren Zahlen im Grenzraum könnten auch damit zusammenhängen, dass auch in Tschechien über die Ostertage weniger als sonst üblich getestet wurde. Erst seit Dienstag hat die Zahl der Tests den Stand von Gründonnerstag erreicht. Seitdem stiegen auch die Fallzahlen wieder an. Dennoch waren sie bereits Ende März kontinuierlich gesunken.

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