31.01.2019 - 16:51 Uhr
Eger (Cheb)Deutschland & Welt

Das Mysterium des Sehens

In seiner Ausstellung "Within - im Innersten" zeigt Jeff Beer Arbeiten, die er zuvor noch nie präsentiert hat. Der vielseitige Künstler - geboren in der Oberpfalz - fotografiert, malt, schafft Skulpturen und Collagen.

von Externer BeitragProfil

Wollte man das Werk Jeff Beers auf eine künstlerische Signatur festlegen, dann vielleicht auf jene, dass er die Wechselwirkungen unterschiedlicher Genres rigoros nutzt und aus ihnen weitreichende Energien schöpft.

In seiner Ausstellung "Within: Im Innersten" werden ab Freitag, 8. Februar, in der Galerie G4 Art Centrum in Cheb überwiegend Arbeiten zu sehen sein, die er vorher noch nie öffentlich präsentiert hat. Er präsentiert dort Fotografien, Malerei, Skulpturen und Collagen.

Sein Werk kennt sowohl das Puristische, als auch das neue Ebenen und Forschungsbereiche aufbrechende Experiment. Daraus, ebenso wie aus seinem Interesse für das Wesen und die Visualität des Lebens- und Wahrnehmungsraums, speist sich seine Erkundung.

Grammatik des Wassers

So inspirierte ihn beispielsweise der Gedanke an musikalische Partituren zum strengen, dichten Gefüge seiner skulpturalen Arbeiten und seiner Fotografie. Mit Zeichenstift und Kamera versucht er so, dem Wesen des Wassers oder der Frage nach dem rätselhaften Wesen des Lichts (wie in "Dürers Licht") näher zu kommen.

In seinem Text "Grammatik des Wassers" schreibt der geborene Mitterteicher über die Fotografie: "Manchmal ist mir, als wüssten die Dinge mehr über mein Leben als ich über sie. Auch das ist für mich Fotografieren. Letztlich ist es wohl die immer neu fotografierte Frage nach dem Mysterium des Sehens..."

Stille der Hecken

Beers eigene Arbeit als Komponist, sowie die komplexen, rhythmisch sublimen Werke von Komponisten wie Pierre Boulez, Olivier Messiaen, György Ligeti oder Helmut Lachenmann beeinflussten ihn schon früh in seiner Kunst - besonders, was Utopie und Durchleuchtung einer erweiterten Visualität von Bildräumen angeht, wie er erklärt.

So erzählt Jeff Beer beispielsweise in seiner Hecken-Serie ("In the Thickett") von der jahrelang beobachteten Phänomenologie filigraner, stiller Heckenwelten in der abgeschiedenen Landschaft Nordostbayerns, in der er seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet.

Jene Hecken repräsentieren für Beer aber auch ein imaginäres Gespinst aus feinst oszillierenden, unentwirrbar verknüpften rhythmischen Bebungen. In jenen Hecken, so beschreibt es der Künstler, ist "das Licht und ein sich an ihm entzündendes spezifisch Räumliches, wie auch ein imaginär musikalisches Potenzial und ein abstrahierender Formwille pulsierend anwesend."

Die Ausstellung von Jeff Beer, Within: Im Innersten, startet am Freitag, 8. Februar, mit einer Vernissage um 18 Uhr in der Galerie G4 Art Centrum (Frantiskánské námesti 30/1, Cheb, Tschechien) und dauert bis Sonntag, 10. März.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.