25.06.2026 - 09:21 Uhr

Endgegner Einkaufen

Für Volontärin Kathrin Halbhuber ist der Besuch im Supermarkt purer Stress – trotzdem gehört es zu ihrem alltäglichen Leben. Ein Perspektivenwechsel hilft ihr dabei, dem Einkaufen etwas Gutes abzugewinnen.

Die riesige Auswahl in Supermärkten macht Volontärin Kathrin Halbhuber oft zu schaffen. Sie würde gerne auf das Einkaufserlebnis verzichten. Für ältere Menschen dagegen kann der Besuch im Supermarkt eine willkommene Abwechslung sein. Archivbild: Jens Büttner/dpa
Die riesige Auswahl in Supermärkten macht Volontärin Kathrin Halbhuber oft zu schaffen. Sie würde gerne auf das Einkaufserlebnis verzichten. Für ältere Menschen dagegen kann der Besuch im Supermarkt eine willkommene Abwechslung sein.

Wenn ich nicht müsste, würde ich es nie wieder tun: Einkaufen. Das klingt radikal und ganz so schlimm ist es dann doch nicht, aber Einkaufen gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben im Alltag. Das können bestimmt nicht alle nachvollziehen – ich kenne einige Personen, die liebend gerne in Supermarktgängen schlendern, jedes Regal akribisch mustern und die lange Liste von Inhaltsstoffen lesen als wäre es ein spannender Roman.

Mich überfordert das. Ich möchte mit einer Liste ausgestattet durch den Supermarkt flitzen, dabei alles Nötige einsammeln, schnell abkassiert werden und den Laden verlassen. Jetzt werden sich bestimmt viele fragen, warum ich so fühle. Ich kann es nicht so genau beantworten. Bin ich zu ungeduldig? Vielleicht. Oft bin ich aber einfach erschlagen von den vielen Produkten, vermeintlichen Angeboten und der Menge an Kunden. Dazu kommen Mitarbeiter, die Regale einräumen oder vollbepackte Hubwagen hinter sich herziehen.

Einkauf als Abwechslung

Dann heißt es, sich mit dem Einkaufswagen durch den vollen Gang zu schlängeln, mit niemandem zusammenzustoßen und dabei nach Lebensmitteln zu suchen. Nicht selten trifft man genau dann auch noch ein bekanntes Gesicht. Das kann natürlich erfreulich sein oder auch nicht. In letztgenanntem Fall ist es dann umso unangenehmer, der Person in den verschiedensten Abteilungen immer wieder über den Weg zu laufen und sich gegenseitig gequält anzulächeln.

Aber ich höre jetzt auf zu jammern. Vielmehr muss ich dankbar dafür sein, dass ich fast rund um die Uhr die Möglichkeit habe, Lebensmittel zu kaufen – und dabei so gut wie alles kriege, was mein Herz begehrt. Ich kann auch verstehen, dass der Besuch im Supermarkt für viele eine Möglichkeit ist, rauszukommen. Vor meiner Zeit bei Oberpfalz-Medien habe ich regelmäßig eine ältere Dame bei ihren Einkäufen begleitet. Sie ließ sich viel Zeit, um im Sommer nach der besten Melone zu suchen, und freute sich riesig, wenn ihr Lieblingskaffee im Angebot war. Am liebsten war es ihr, in Supermärkten einzukaufen, die sie allein nicht erreichen konnte. Das war echte Abwechslung in ihrem sonst so stillen Leben. Also vielleicht sollte man auch die vermeintlich unliebsamen Aufgaben wertschätzen – wer weiß, wie lange sie uns noch bleiben.

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