27.06.2018 - 15:29 Uhr
EslarnDeutschland & Welt

Zoigl schafft Gemeinschaft

Schirmherr wird leicht einer, der sich nicht schnell genug wegduckt. Das Zoigl-Projekt aber ist eine echte Herzensangelegenheit des Heimatministers: "Ich bin dabei, wenn es darum geht, das Oberpfälzer Selbstbewusstsein zu stärken", sagt Albert Füracker. "Und die Zoiglkultur gehört zu den Kulturschätzen, auf die wir zu Recht stolz sein können."

Wo gerade mit Hochdruck für die Grundsteinlegung am Samstag gegraben wird, steht bald vor dem Rathaus von Bürgermeister Reiner Gäbl (rechts) der Zoigl-Brunnen mit der Skulptur (Mitte) von Harald Bäumler.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Am kommenden Samstag wird vorm Rathaus in Eslarn der Grundstein dafür gelegt, dass sich die fünf echten Zoigl-Hauptstädte - neben Eslarn sind das Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach - noch deutlicher von der Modeerscheinung des kopierten Zoigl oder des Zeitgeist-Trends Craft Beer unterscheiden. "Was heißt hier Craft Beer, Craft Beer", mault Norbert Neugirg, Zoigl-Botschafter der Altneihauser Feiwehrkapell'n und Mitstreiter des bayerisch-böhmischen Kulturvereins Bohème, Träger und Initiator des Projekt. "Wir stellen seit 600 Jahren in bester Handarbeit unseren reinen Zoigl her."

Reine Handarbeit

Handarbeit ist ein gutes Stichwort für Eslarns Bürgermeister Reiner Gäbl: "Der Zoiglstern, die Flamme, die nötig ist, um Bier zu brauen, der Sudkessel und die Hände, die alles erst möglich machen - besser kann man die Idee des Zoigl nicht auf den Punkt bringen", lobt der Sozialdemokrat die Skulptur Harald Bäumlers. Der Amberger Künstler hat für jeden Zoigl-Ort ein Unikat entworfen. So entsteht ein interkommunaler Skulpturen-Parcours, der die Geschichte des Brauvorgangs erzählt - mittelfristig verbunden durch einen Zoigl-Radwanderweg. "Damit es noch süffiger wird, integrieren wir das Kunstwerk in einen für alle zugänglichen Brunnen", setzt Gäbl nach der Eröffnung des Erlebnis-Museums "Kommunbrauhaus" einen weiteren langgehegten Plan der Gemeinde um.

"Es ist wie immer bei öffentlichen Projekten", reagiert Gäbl auf vereinzelte Kritik am Standort gelassen, "und bei Kunst erst recht." Es habe einige wenige Stimmen gegeben, die meinten, ob nicht der Platz vorm Kommunbrauhaus besser geeignet gewesen wäre. "Aber dort haben wir mit Hopfengarten und E-Bike-Tankstelle erst alles aus einem Guss gestaltet und an der Schnittstelle zweier Staatsstraßen kommt unsere Botschaft besser zur Geltung." Ein künstlerischer Wegweiser zu den eigenen Sehenswürdigkeiten und den anderen Zoigl-Partnern.

Für Minister Füracker ist das gemeinsam gebraute und genossene Bier mehr als nur Genussmittel. Der Zoigl als politische Botschaft: "In einer zersplitterten Gesellschaft schafft die Zoiglkultur Gemeinschaft." Rohstoffe aus der Region für die Region zu veredeln entspreche dem Gedanken der regionalen Wertschöpfung. "Mich wundert es gar nicht, dass Gäste bis aus Hamburg oder den USA anreisen, weil Originalität und gemeinschaftliches Handeln einen Nerv trifft." So kann die Oberpfalz vielleicht sogar den gespaltenen USA etwas Trost vermitteln: Es gibt nichts Gutes, außen man trinkt es.

Info:

Grundsteinlegung des Zoigl-Skulpturenwegs

Am Samstag, 30. Juni, 14.30 Uhr eröffnet Albert Füracker, Schirmherr des Zoigl-Projekts und Heimatminister, den Festakt zur Grundsteinlegung des Zoigl-Skulpturenwegs am Marktplatz in Eslarn. Anschließend spricht Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Die Zoiglblos’n leitet zum süffigen Teil über.

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