Regensburg.Mehr als 650 Arbeiten wurden zwischen Mai und Juli dieses Jahres eingereicht bei der mittlerweile traditionellen Aufforderung zur künstlerischen Tätigkeit von Seiten der Veranstalter. Das Ansinnen des Donau-Einkaufszentrums, Kunst unters breite Volk zu bringen, ist damit auf zweierlei Weise erfüllt: Jedermann konnte sich beteiligen. Und jeder Passant sieht die Werke. Die besten Bilder des Wettbewerbs präsentiert das Donau-Einkaufszentrum nämlich derzeit in einer Ausstellung. Deren Titel lehnt sich am aktuellen Jahresthema der Stadt Regensburg an, erhebt aber keinen Anspruch auf Lokalität.
Nicht nur Regensburg
Aus dem Jahresthema "Stadt - Land - Fluss" wurde hier "Stadt im Fluss". Gemeint sein musste bei den eingereichten Arbeiten nicht zwingend Regensburg, heißt es von Seiten der Veranstalter. Auch beim Begriff "Fluss" konnte es sich zwar um einen realen Fluss handeln, ebenso aber um fließende Bewegungen oder stetigen Fortgang, so die Idee. Dass sich die meisten Arbeiten dennoch mit Regensburg beschäftigen, spricht für die Hinwendung der Bewohner zu ihrer Stadt - oder auch für die Herkunft der Teilnehmer. Viele Bilder jedenfalls präsentieren die vor Ort naheliegendste Stadt am Fluss - und zwar auf vielfältige Weise.
Auch die Preisträger des Fotowettbewerbs gehören zu dieser Gruppe. Markus Sieß erreichte den ersten Platz mit einer melancholischen Schwarz-Weiß-Ansicht. Von einer Position unterhalb der Steinernen Brücke aus aufgenommen, hat der Fotograf die Stadt an einem tristen Wintertag festgehalten.
Obwohl Markus Sieß auf die markantesten Attribute Regensburgs verzichtet, ist die Stadt sofort zu erkennen. Hinter den in den Vordergrund gerückten Fluten der Donau erhebt sich die Baustelle des "Museums der bayerischen Geschichte". "Stadt im Fluss" - auch mit dem Titel seiner Arbeit genügt Markus Sieß ganz und gar den Anforderungen der Jury.
Ins Auge sticht, dass sich der dritte Platz des Wettbewerbs einem fast identischen Motiv widmet. Margarita Danderfer hat von der Steinernen Brücke aus so ziemlich genau auf Markus Sieß' Ausgangspunkt fotografiert. Von diesem ist allerdings auf ihrem Bild nicht viel zu sehen: Die Unterführung der Steinernen Brücke ist hier unter Hochwasserfluten versunken.
Vielseitig auslegbar
"Hochwasser: Märchen oder Albtraum" heißt das Bild Margarita Danderfers. Das unwirklich starke grün der Bäume, das sich in einem Haus wiederfindet, verleiht der Ansicht eine surreale Stimmung. Zwischen den beiden Preisträgern liegt Reiner Merkl auf dem zweiten Platz. Seine Ansicht "Schnelles Wachstum" mit Kränen vor einer Stadtsilhouette lässt sich nicht so leicht verorten. Das Bild gehört zur Gruppe der Arbeiten, die das Thema nicht wörtlich genommen haben.
Andere Beiträge auf diesem Gebiet zeigen einen in seinen Konturen verschwimmenden Dom (Ingrid Scheufler), einen wie ein Bach mäandernden Pflasterweg am Ufer eines richtigen Flusses (Sabri Hassan) oder einen Marktstand im Fluss einer ostasiatischen Stadt (Katharina Schuhbauer). Der fließende Übergang der Beiträge von Landschaftsdarstellung in metaphorische Werke zeigt: Das Thema "Stadt im Fluss" ufert im Donau-Einkaufszentrum nicht aus, ist aber äußerst vielseitig auslegbar.
__Die Ausstellung "Stadt im Fluss - Fotowettbewerb zum Jahresthema 2018" läuft bis zum 20. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten auf der Ausstellungsfläche bei Drogerie Müller/Sparda-Bank im Donau-Einkaufszentrum, Weichser Weg 5 in Regensburg.













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