22.05.2026 - 15:34 Uhr

Frankreichs Ex-Premier Attal kandidiert als Präsident

Die Präsidentenwahl in Frankreich 2027 rückt näher. Nun bringt sich ein weiterer ehemaliger Regierungschef offiziell ins Spiel.

Gabriel Attal will dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in seinem Amt nachfolgen. (Archivbild) Bild: Aurelien Morissard/XinHua/dpa
Gabriel Attal will dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in seinem Amt nachfolgen. (Archivbild)

Der frühere französische Premierminister Gabriel Attal tritt als Kandidat bei den 2027 anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Weil er Frankreich und die Franzosen „zutiefst liebe“, habe er sich entschieden, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, verkündete der 37-Jährige nach einer Bürgerdebatte in der kleinen südfranzösischen Gemeinde Mur-de-Barrez.

Attal war von Januar bis September 2024 französischer Regierungschef, der bis dahin jüngste des Landes. Mittlerweile ist er Fraktions- und Parteichef der liberalen Renaissance. Die Partei wurde ursprünglich von Präsident Emmanuel Macron gegründet. Attal gilt als jüngere Version von Macron, von dem er sich allerdings inzwischen distanziert und Entscheidungen offen kritisiert. Bei der Ankündigung seiner Kandidatur kritisierte er, dass den Franzosen „morgens, mittags und abends“ erklärt würde, dass alles schlechter werden solle. „Wir können bessere Leben führen - vorausgesetzt, wir geben uns die Mittel dazu“, so Attal.

Neben Attal bewirbt sich ein zweiter ehemaliger Premier aus dem Mitte-rechts-Lager um die Nachfolge im höchsten Staatsamt: der 55-jährige Édouard Philippe, der 2017 der erste Premier unter dem damals neuen Staatschef Macron war. Er positioniert sich als besonnener Mitte-Mann.

Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr kann Staatschef Macron nicht erneut antreten. Am meisten Zuspruch für eine Kandidatur erhalten in Umfragen die rechtsnationale Marine Le Pen und ihr politischer Ziehsohn Jordan Bardella. Wegen eines Prozesses um mutmaßlich veruntreute EU-Gelder ist noch nicht klar, ob Le Pen im kommenden Jahr kandidieren kann.

© dpa-infocom, dpa:260522-930-117425/1

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