25.11.2018 - 17:44 Uhr
FriedenfelsDeutschland & Welt

Grüne wollen Land erobern

Die Grünen blicken mit Stolz auf den besten Wahlkampf in der Parteigeschichte zurück. Neben Freude und Triumph gilt es aber auch, "an ein paar Stellschrauben zu drehen".

Zwei Bezirksräte plus zwei Landtagsabgeordnete: Die Oberpfalz-Grünen sind nach wie vor in Hochstimmung. Von links: Bezirksrat Stefan Christoph, Bezirksvorsitzende Tina Winkelmann, die Abgeordneten Jürgen Mistol und Anna Toman, Bezirksvorstand Margit Kunc und die Kreisrätinnen Heidrun Schelzke und Lisa Rauh.
von Redaktion ONETZProfil

Anna Toman hat es geschafft: Die Bärnauerin ist in den Landtag eingezogen. Aus diesem Anlass fand die Bezirksversammlung der Grünen am Freitag in Friedenfels im Landkreis Tirschenreuth statt. Gastwirt Dieter Schraml nahm die Kreisvorstände und Bezirksdelegierten gerne in seiner Gaststätte auf, was scheinbar nicht selbstverständlich ist, wie Bezirksvorsitzende Tina Winkelmann berichtete: "Wir wurden in mehreren Wirtschaften abgewiesen, weil wir Grüne sind."

Dennoch überwog an diesem Abend ihre Freude über 12,4 Prozent Gesamtstimmenanteil in der Oberpfalz, 0,1 Prozent mehr als die AfD. Die Grünen sind mit Anna Toman und Jürgen Mistol im Landtag vertreten, mit Gabriele Bayer und Stefan Christoph im Bezirk.

Der Wähleranteil setze sich vor allem aus ehemaligen SPD- und CSU- Wählern zusammen, wobei 67 Prozent aus Überzeugung grün gewählt hätten. Das Engagement im Wahlkampf habe sich ausgezahlt, meinte die Bezirksvorsitzende, zudem die Geschlossenheit. "Die SPD wurde bei den Ständen eher gemieden, uns haben sie eher zertreten." Landtagsabgeordnete Toman meinte: "Die Leute sind unser Spiegelbild: Wir sind offensiv, offen und motiviert. Diese Stimmung überträgt sich auf die Wähler." Sie blickte auf aufregende Wochen mit neuen Aufgaben und Menschen zurück. Die Bärnauerin ist Bildungsausschussbeauftragte - ein Gebiet, das ihr am Herzen liegt.

Nachholbedarf sieht die Partei im ländlichen Gebiet. "Die Grünen laufen Gefahr, eine Stadtpartei zu werden", warnte Vorstand Michael Doblinger. Auch die Plattformen seien bald veraltet. Es gelte, sich nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Instagram und Twitter zu präsentieren.

Bezirksrat Stefan Christoph berichtet, dass für das Sibyllenbad ein ökologisches Nutzungskonzept in Planung sei. Einen Ausblick gab es auf die Kreisverbände. In Amberg-Sulzbach(11,1 Prozent Erststimmen) seien Initiativen gegen Flächenfraß vorrangig, so sollen Pläne gegen die Bebauung des Maria-Hilf-Berges erarbeitet werden. In Schwandorf(7,9 Prozent) will man Mitglieder generieren, vor allem im Bereich Oberviechtach und Neunburg. Zudem soll es mehr Veranstaltungen zu ökologischen Grundthemen geben. Tirschenreuth(8,3 Prozent) verweist auf infrastrukturelle Probleme, wie den Mangel an Bahnhöfen auf der Strecke Regensburg-Hof. Der Schwerpunkt in Weiden(10,0 Prozent) liegt auf dem geplanten Industriegebiet Weiden-West IV. Derzeit liefen Untersuchungen über die dortige Tierwelt.

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