11.05.2026 - 03:32 Uhr

Geldtransporter überfallen, Polizeiwagen gestohlen - Prozess

Vor einer Bank in Franken überfällt ein Maskierter einen Geldtransporter. Tags darauf wird in ein Autohaus in Baden-Württemberg eingebrochen. Zudem stiehlt ein und derselbe Mann zwei Polizeiautos.

Der Angeklagte soll in Bayern einen Überfall und in Baden-Württemberg einen Einbruch begangen haben. (Symbolbild) Bild: Daniel Vogl/dpa
Der Angeklagte soll in Bayern einen Überfall und in Baden-Württemberg einen Einbruch begangen haben. (Symbolbild)

Knapp elf Monate nach einem Überfall auf einen Geldtransporter in Franken und einer spektakulären Flucht durch Bayern und Baden-Württemberg steht ein Mann von Montag (9.00 Uhr) an vor dem Landgericht Schweinfurt. Dem 40-Jährigen werden unter anderem schwere räuberische Erpressung, räuberischer Diebstahl, besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Für den Prozess bis Ende Mai sind weitere vier Verhandlungstage angesetzt.

Maskiert und bewaffnet

Der Angeklagte soll am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) einen Geldtransporter überfallen haben, in dem sich rund drei Millionen Euro befanden. Dabei raubte der Mann nach Darstellung der Ermittler die Schusswaffe eines Mitarbeiters des Geldtransporterunternehmens. Der Überfall missglückte allerdings, weil die Fahrerin des Geldtransporters geistesgegenwärtig mit dem Fahrzeug flüchtete. 

Nach der Tat soll der 40-Jährige nach Baden-Württemberg geflüchtet sein, um dort einen Tag später in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in ein Autohaus einzubrechen und Geld zu stehlen. Als die Polizei eintraf, flüchtete der Angeklagte den Ermittlern zufolge mit seinem Fahrzeug. 

Polizisten bedroht, Wagen gestohlen

Zweimal soll der Verdächtige anschließend im Grenzbereich Bayern/Baden-Württemberg durch eine Polizeistreife gestellt worden sein. Dabei sei es dem Mann in beiden Fällen mit Tricks und erheblicher Gewalt gelungen, das Polizeifahrzeug zu stehlen und seine Flucht fortzusetzen, teilte die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Ende vergangenen Jahres mit. 

Die Polizisten hätten mehrfach geschossen, so die Staatsanwaltschaft, den den Mann aber nicht gestoppt. Der mutmaßliche Räuber wurde schließlich nach einer Verfolgungsjagd in Walldürn-Hornbach festgenommen. 

Schuldfähig?

Der 40-Jährige, der auch in anderen Ländern Straftaten begangen haben soll, kam zunächst in Untersuchungshaft. Weil er aber psychisch auffällig sein soll, wurde er später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. 

In dem Prozess wird nun auch geklärt, ob die Schuldfähigkeit des Mannes zu den Tatzeiten eingeschränkt oder sogar aufgehoben war. Im Fall der Schuldfähigkeit und einer Verurteilung drohe ihm allerdings eine lange Haftstrafe, so die Staatsanwaltschaft - und womöglich Sicherungsverwahrung.

© dpa-infocom, dpa:260511-930-62645/1

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