15.08.2018 - 18:09 Uhr
Deutschland & Welt

Genua ist eine Mahnung - auch an die deutsche Politik

Nach dem Unglück in Genua werden Schuldige gesucht. Doch das ist nicht so einfach, meint Martin Bink.

Mit Baggern und Kränen werden Trümmerteile einer teilweise eingestürzten Brücke weggeräumt.
von Martin Bink Kontakt Profil
Kommentar

Es wird Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis eindeutig geklärt ist, was zum Einsturz der Brücke in Genua geführt hat. Wenn es denn überhaupt jemals ein eindeutiges Ergebnis geben wird. Auf jeden Fall ist das Unglück eine Mahnung an die Politik, auch in Deutschland. Denn auch bei uns gibt es Bauwerke, Straßen, Brücken, deren Zustand zu wünschen übrig lässt.

Wenn auch hierzulande vieles getan wird, um solch ein Unglück zu verhindern, gibt es doch einen - manche sagen gewaltigen - Sanierungsstau. Viele Straßen und Brücken sind aufgrund des ständig wachsenden Verkehrs wortwörtlich unter die Räder gekommen. Auch Ereignisse wie brennende Heuwagen unter einer Brücke - wie etwa vor wenigen Wochen bei Schwandorf - sorgen für nicht vorhersehbare Schäden. Und an der Ostsee versackt - wohl aufgrund eine Fehlplanung - ein Teilstück einer Autobahn im Moor.

Doch wir brauchen Straßen, egal ob es Autobahnen oder Staatsstraßen sind. Sie sind notwendig für unseren Wohlstand, nicht nur für unsere Fahrt in den Urlaub. Daran sollten wir denken, wenn wir das nächste Mal an einer Baustelle - beispielsweise rund um Regensburg - im Stau stehen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega hat sofort nach dem Brückeneinsturz die EU für das Unglück verantwortlich gemacht. Italien könne wegen Auflagen aus Brüssel nicht genügend in die Infrastruktur investieren, so sein Vorwurf. Dass das Unsinn ist, weiß Salvini natürlich. Aber das Ausmaß eines Unglücks kann ebenso wie die Zahl an Toten noch so groß sein: Es gibt immer einen, der es ausnutzt, um sein politisches Süppchen zu kochen. Auch das zeigt die Tragödie von Genua. Leider!

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