Hollywoodstar George Clooney (65) blickt mit etwas Wehmut auf sein Alter. „Ich bin 65 Jahre alt. Alles ist irgendwie melancholisch“, sagte er bei den Filmfestspielen Venedig. „Im wahrsten Sinne des Wortes: Man putzt sich die Zähne und denkt sich: "Oh, meine Zähne waren früher so viel schöner."“
Alles, was mit dem Älterwerden zu tun habe, mache ihn ein bisschen melancholisch. „Ich schätze mich aber auch sehr glücklich. Ich habe eine unglaubliche Frau, die ich sehr liebe und die mich liebt, und ich habe tolle Kinder (...).“ Clooney hat neunjährige Zwillinge mit seiner Frau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney. Die beiden heirateten 2014 in Venedig.
Clooney verzichtet wegen seiner Zwillinge aufs Regie-Führen
Dort sollte Clooney am Mittwochabend bei der Eröffnungs-Gala der Filmfestspiele den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhalten. Zuvor gab er in einer Pressekonferenz Einblick in seinen Alltag und sein Familienleben. „Als ich richtig in Fahrt war, habe ich drei Filme pro Jahr gedreht. Das schaffe ich jetzt einfach nicht mehr. In meinem Leben gibt es zu viele andere Dinge, um die ich mich kümmern muss - vor allem um andere Menschen.“
Das sei auch der Grund, warum er aktuell nicht mehr als Regisseur arbeite, führte er aus. „Der einzige Grund, warum ich nicht Regie führe - was ich eigentlich liebe -, ist, dass ich zwei neunjährige Kinder habe (...). Wenn ich in einem Film mitspiele, dauert das drei Monate, und ich kann hin- und herfahren und wieder zurückkommen. Wenn man bei einem Film Regie führt, ist man ein Jahr lang weg, und es gibt keine Möglichkeit, zurückzufahren.“
Die Lage in den USA beschreibt er als „Kakistokratie“
Clooney, der bekennender Demokrat ist, kommentierte in Venedig einmal mehr die politische Lage in seinem Heimatland. „Ich bin immer sehr optimistisch, gleichzeitig denke ich, dass wir uns gerade in einer unglücklichen Zeit befinden. Ich glaube, das ist noch milde ausgedrückt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir all das überstehen werden.“
Er sei alt genug, das Jahr 1968 in den USA miterlebt zu haben, führte er aus. „Jede Stadt in den Vereinigten Staaten stand in Flammen. Martin Luther King und Bobby Kennedy wurden ermordet. Es gab jede Menge Gewalt. Das Kapitol war von Panzern umzingelt. Wir hatten schon andere schwierige Zeiten, aber dies ist eine davon.“
Es gebe einen großartigen Begriff, sagte Clooney: „Kakistokratie“. Das beschreibe ein Land, das von den am wenigsten qualifizierten Menschen regiert wird. „Ich glaube, vielleicht haben wir gerade jetzt eine Kakistokratie. Aber wir werden das überstehen. Im November stehen Wahlen an, die für ein Gleichgewicht sorgen sollten, und dann, im Jahr 2028, werden wir hoffentlich wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren.“ Am 3. November stehen in den USA die Zwischenwahlen an, 2028 dann Präsidentschaftswahlen.
© dpa-infocom, dpa:260902-930-621964/1














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