07.01.2020 - 16:55 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Einem König zum 85. Geburtstag

Er kam am 8. Januar 1935 in einer ärmlichen Unterkunft zur Welt. Seine Wiege stand in Tupelo/Mississippi und keiner ahnte, dass mit diesem Elvis Aaron Presley jemand angetreten war, der die Welt verändern solllte.

Vor über sechs Jahrzehnten im Weidener Autohaus Wies aufgenommen: Elvis Presley, als Soldat zum Manöver in Grafenwöhr, will eigentlich Fahrzeuge anschauen und wird von Fans in Beschlag genommen. Dass er, damals die bekannteste Person auf dem Erdball, in der Oberpfalz auftauchte, war eine schier unglaubliche Sensation.
von Autor HOUProfil

Am Mittwoch, 8. Januar, wäre Elvis Presley 85 Jahre alt geworden. Auf dem Gelände der Villa Graceland in Memphis/Tennessee werden Abertausende an sein Grab pilgern und sich eines Mannes erinnern, der 1954 als 19-Jähriger in einem amerikanischen Plattenstudio aufkreuzte, den Song "That's Allright" machte und auf die Frage des Aufnahmeleiters Sam Phillips, was das denn sei, die lapidare Antwort gab: "Rock 'n' Roll, Sir!" In dieser Stunde hatte sich die zeitgenössische Musik auf ewig verändert."Ein König unserer Tage", sagte später John Lennon.

Soldat in Grafenwöhr

Elvis Presley, der Superstar. Nahezu 1000 Lieder nahm er auf. Manche seicht, andere bis heute Leitfaden für viele, die dem Sohn armer Eltern in den Hitparaden dieser Welt folgten. "Love Me Tender", "Shake, Rattle And Roll", "Heartbreak Hotel" und "Blue Suede Shoes" sind noch immer Messlatten der Rockmusik unserer Tage. Erreichen konnte ihn keiner. Doch die von Elvis vorgegebene Marschrichtung prägte Generationen. Am 1. November 1958 geschah etwas, das die Jugend in der Oberpfalz nicht glauben mochte. Presley kam als Soldat der US-Armee nach Grafenwöhr. Er blieb sechs Wochen und erschien im Winter 1960 ein zweites Mal. Für seine Fans draußen jenseits des Truppenübungsplatzes sichtbar. Wenn er auftauchte, war der Jubel grenzenlos - in Hirschau, Amberg, Weiden, Vilseck und auch ganz kleinen Orten. Denn ihn, den damals 25-Jährigen, kannte man aus Filmen wie "Jailhouse Rock" und "King Creole".

Zurück in den Staaten setzte Elvis Presley seine Karriere fort. Zunächst mit Filmen wie "Blue Hawaii" und "Kissin' Cousins", die der Rede nicht wert waren. Der Superstar wurde von den Beatles und den Rolling Stones regelrecht überrollt. Doch 1968 kam es zu einem Comeback-Konzert in den Burbank-Studios von Los Angeles. Ab dann war er wieder die Speerspitze des Rock and Roll. Mit über 1000 Auftritten in den USA bis zu seinem Tod am 16. August 1977. Reisen quer durchs Land. Mit bis heute legendären Höhepunken auf Hawaii und in Las Vegas.

Ein Irrtum

Die Verbindung zur damals eiskalten Oberpfalz hat Elvis Presley immer wieder seinen Musikern geschildert. Als sie im vergangenen Jahrzehnt einmal in Oberfranken auftraten, fragten Gitarrist James Burton und Drummer Ronnie Tutt, selbst Ikonen der Rockmusik: "Where the hell is Grafenwöhr?" - Schnee, Schlamm, Fahrten im Jeep und Teenager, die eine Begegnung mit Elvis ihr Leben lang nicht vergaßen.

Gewiss ist: Elvis Presley hat mehr für die Musik unserer Zeit getan, als ein den römischen Legionen gleichendes Heer anderer. In seiner Bescheidenheit hat er das selbst nie so eingeordnet. In Interviews sprach der King of Rock 'n' Roll von "Wir" und meinte damit Leute wie Buddy Holly, Bill Haley, Jerry Lee Lewis, Little Richard. Doch sie standen immer neben seinem Thron.

Eines aber hatten alle gemeinsam: Geboren in den Vereinigten Staaten, Kinder aus ärmlichen Verhältnissen und angetreten, um nie wieder in der Versenkung verschwindende Impulse zu geben. "Es ist Zeit für den Rock 'n' Roll, endlich abzuhauen", hatten puritanische US-Diskjockeys in die Mikrofone skandiert und "Blue Moon Of Kentucky" in den Mülleimer getreten. Er war der größte Irrtum ihres Lebens.

Noch zu seinen Lebzeiten wurde Elvis zur Kultfigur. Daran hat sich bis heute, 42 Jahre nach seinem Tod, nichts geändert. Noch immer halten Millionen von Fans dem König des Rock 'n' Roll die Treue. Zum 85. Geburtstag werden nun Anhänger aus aller Welt in Memphis/Tennessee an seinem Grab erwartet.
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