Grüne Zeichen der Zeit: Wälder für Klima und Wahlsiege

Der Klimaschutz beschäftigt nahezu jeden. Vor allem die Politiker, für die das Thema noch einen besonderen weiteren Aspekt beinhaltet. Markus Söder prescht nun nach vorne, aber nicht ohne Hintergedanken, meint Tobias Schwarzmeier

Eine Aufforstung des Staatswaldes ist einer der Pläne Markus Söders zum verstärkten Klimaschutz.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Bayern übernimmt wieder die Vorreiterrolle. Ministerpräsident Markus Söder will mit einem eigenen Weg den Klimaschutz noch stärker vorantreiben. Dazu gehört ein geplanter "Klimawald" mit bis zu 30 Millionen neuen Bäumen in fünf Jahren und eine Neuausrichtung der bisher kommerziell orientierten Staatsforsten. Fehlende Einnahmen, die gut investiert sind.

Denn der Ansatz ist vielversprechend: Der Umbau des Staatswalds hin zum klimaresistenteren Mischwald ist angesichts zunehmender Sturm- und Hitzeschäden ohnehin unumgänglich. Eine vergrößerte "grüne Lunge" durch gleichzeitiges Aufforsten ist da ein sinnvoller weiterer Schritt. Positiv für die CO2-Bilanz wirkt dies auch der fortschreitenden Bodenversiegelung entgegen.

Doch hinter der Aktion steckt mehr als nur eine bayerische Note in der Klimapolitik, um die Söder auch mit Forderungen nach einem früheren Ausstieg aus der Kohle und dem Ausbau der Gaskraft sichtlich bemüht ist. Die CSU will zugleich den Grünen die (Erfolgs-)Themen nehmen, um deren weiteres Erstarken in Bayern – die "Klima-Sammelpartei" liegt in Umfragen bei etwa 23 Prozent – zu verhindern. Das ist so legitim wie der Sache förderlich.

Markus Söder hat die Zeichen der Zeit erkannt, dass man in Klimafragen nicht nur weiter diskutieren, sondern konkret handeln muss. Nur derjenige, der Ergebnisse liefert, kann effektiv Klimaschutz betreiben – und Wahlen gewinnen.

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Kommentare

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A. Schmigoner

Was ist mit unserer Presselandschaft los? Da wird MP Söder als weitsichtiger Denker und Lenker in den Kommentaren gelobt, der die politische Konkurrenz düpiert. Für was? Weil er wieder einmal eine astreine 180 ° Wende hingelegt hat? 30 Millionen neue Bäumen sollen in fünf Jahren gepflanzt werden und die bisher kommerziell orientierten Staatsforsten sollen ökologischer ausgerichtet werden.
Hat nicht Söder als Minister die Staatsforsten erst zu einem gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen getrimmt?
Für die Skischaukel am Riedberger Horn sollte geschützter Bergwald gerodet werden. Das war von Anfang an rechtswidrig und widersprach allen landesplanerischen und umweltschützenden Vorgaben. Söder hat als Heimatminister die Gesetzesänderungen vorbereitet, die dem Wahnsinnsprojekt erst den Anschein von Genehmigungsfähigkeit gab. Großflächige Rodungen in einem Gebiet, das hochgradig von Murenabgängen gefährdet ist!
Söder hätte schon seit Jahren, in seinen verschiedensten Ministerien und Funktionen, Gelegenheit zu Reformen gehabt. Als „Gesundheits-, Europa-, Umwelt-, Finanz-, und Heimatminister“ hat es Söder in den vergangenen Jahren verstanden, vor allem Werbung in eigener Sache zu machen.

Bei Söder und der CSU klaffen doch Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.
Wie sieht es mit Nr. 3 (Wohnungsbau) und Nr. 5 (Bildung) von Söders 10-Punkteplan von 2018 aus? Mit seinen Vorschlägen räumt Söder alle Themen ab, mit denen ihm die Konkurrenz gefährlich werden könnte, hieß es damals.
„Leere statt Lehre“, schreibt DnT am 09.07.2019. In Oberpfälzer Grundschulen fällt häufig der Unterricht aus oder es gibt nur Vertretung.
2011 schrieb DnT: Der Nachdruck, mit dem Seehofer und Söder den Atomausstieg gegen die Widerstände in der eigenen Partei durchgesetzt haben verdient Respekt! “Ich habe das so zu meiner persönlichen Sache gemacht wie alle anderen großen Entscheidungen der vergangenen zwei Jahre“, sagte der Ministerpräsident 2011, “Bremsen lasse ich nicht zu“. Die Reaktorhavarien in Japan änderten eben alles, ergänzte Umweltminister Söder - und präsentiert ein Energiekonzept, in dem die Nutzung der Atomkraft als ein Irrglaube erscheint, dem ohne weiteres abgeschworen werden kann. „Ich glaube, dass das für Bayern eine Riesenchance ist“, sagte Söder zur geplanten Energiewende. Der Umweltminister will „Bayern zu einem Vorzeigeland für erneuerbare Energien machen“.
Wie steht es heute um die Energiewende und um die erneuerbaren Energien in Bayern? Wie steht es um den versprochenen 3. Nationalpark in Bayern?

11.07.2019
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