08.07.2018 - 17:06 Uhr
GuteneckDeutschland & Welt

Kavaliere der Straße als Helfer sofort zur Stelle

Ein abgetrenntes Daumenglied, Rippenbrüche, Prellungen und Schürfwunden: Das waren die Folgen eines Unfalls auf Höhe von Wildenau bei Plößberg (Kreis Tirschenreuth). Ein Mann behielt dabei den Überblick - und die Ruhe.

Daniel Seitz und Andreas Förtsch (vorne, von links) zählen nun zu den „Kavalieren der Straße“. In der zweiten Reihe das Ehepaar Sandra und Wolfgang Hader mit Matthias Meier (rechts). Im Hintergrund die Mitglieder der Kavaliere-Jury.
von Autor KMProfil

(km) Eine 77-Jährige hatte beim Abbiegen einen entgegenkommenden Pkw übersehen, den ein 80-Jähriger steuerte, neben sich eine 78 Jahre alte Beifahrerin. Andreas Förtsch aus Weiden hielt an, stellte fest, dass Unfallverursacherin und der zweite Fahrer ansprechbar waren und kümmerte sich um die 78-jährige Beifahrerin. Dabei bemerkte er das abgetrennte Daumenglied auf der Armlehne. Er versorgte die ältere Dame und wickelte die Daumenkuppe in Verbandsmaterial. Sie konnte später aber nicht mehr angenäht werden.

Förtsch blieb nach der Erstversorgung der Verletzten bis zum Eintreffen der Polizei an der Unfallstelle. Seine umsichtige Hilfeleistung würdigte die Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" bei einer Feierstunde in der Weidener Zentrale von Oberpfalz-Medien mit Urkunde, Plakette und Anstecknadel.

Über dieselbe Auszeichnung freute sich Daniel Seitz aus Neumarkt. Anfang April raste ein Pkw trotz Starkregen und Hagel auf der A 93 Richtung Süden. Auf Höhe Luhe-Wildenau kam der Fahrer ins Schleudern, prallte links und rechts gegen die Leitplanken und kam schließlich entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen. Der Fahrer erlitt Prellungen und Zerrungen, den angerichteten Schaden bezifferte die Polizeiinspektion Weiden auf weit über 20 000 Euro. Seitz hielt trotz widrigsten Wetters auf dem Standstreifen an, sicherte die Unfallstelle und überließ dem Pkw-Fahrer eine Warnjacke.

Urkunden für vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr gingen auch an das Ehepaar Sandra und Wolfgang Hader aus Kemnath. Beide hatten auf der B 22 bei Waldeck nachts gegen 3.15 Uhr einen Mann liegen gesehen. Nachforschungen ergaben später, dass der Mann bei einer Betriebsfeier auch seinen Geburtstag begossen hatte. Auf dem Heimweg war er wohl gestürzt und hatte sich Schrammen und Schürfwunden zugezogen. Anfang März bestand für den Mann die Gefahr, zu Erfrieren oder überfahren zu werden. Die Haders hielten an, leuchteten die Stelle aus und informierten die Rettungskräfte. Bis zu deren Eintreffen vergingen lange Minuten, aber schließlich erreichten die Haders noch rechtzeitig Friedenfels, wo schon der ihr Bus in den Skiurlaub wartete.

Auch Mattias Meier (Guteneck) nahm sich Zeit. Trotz eines beruflichen Termins hielt er an, als er bei Nabburg vor sich eine Wagen mit Warnblinkanlage sah. Der Fahrerin aus Teunz war der linke Vorderreifen geplatzt. Meier behob die Panne.

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