Herrlich beschwingte Swing-Show

Kann man Frank Sinatra nachmachen? Man kann, wenn auch nicht ganz 1:1. Erfolgsproduzent Oliver Forster, Spezialist für autobiografische Musicals, weiß um die Problematik, Stars zu covern und die Tricks, das bestmöglich umzusetzen.

Unter der Regie von Helmut Warmuth gelingt ein mitreißendes Frank-Sinatra-Musical und gewinnt mit Tam Ward als älterer Frank Sinatra eine verblüffende Authentizität.
von Autor MILProfil

Nach "Falco - Das Musical", "Beat It" "TIna Turner" geht jetzt "That's Life - das Frank-Sinatra-Musical" auf Tournee, sicher mit viel Erfolg. Das Musical lässt Regisseur Stefan Warmuth geschickt aus der Retrospektive, mit dem Bühnenabschied Frank Sinatras 1971 in Los Angeles beginnen.

Frank Sinatra, alias Tam Ward, geht ab von der Bühne, wo entlang von 28 Songs die markantesten Lebensstationen noch einmal Revue passieren, inklusive seiner drei Ehen. Jeder Song erzählt eine Lebensstation zwischen Privatleben und Auftritten oszillierend, beginnt etwas brav, gewinnt an Dynamik, nicht zuletzt durch die fetzigen Tanzeinlagen in originellen Kostümen jener Zeit, swingflott, ladylike, etwas verrucht oder in glitzernder Showoptik.

Amüsante Story

Aus Songs, Tanz und kleinen Handlungsszenen puzzelt sich "That's Life" zur amüsant unterhaltsamen Frank-Sinatra-Story, nicht nur als steile Karriere-Geschichte, sondern auch mit Frankie Boy's Schattenseiten, seine drei Ehen und Kontakten zur Mafia.

Eine repräsentative Doppeltreppe, rechts und links mit Platz für die 13-köpfige Bigband, schafft zusätzliche Bühnenflächen, ermöglicht schnelle Szenenwechsel, symbolische Hochs und Tiefs und abwechslungsreiche Tanzchoreografien. Großflächige Projektionen vermitteln das nächtliche Flair amerikanischer Megacities, Lichtspots die intime Atmosphäre, wenn Frankie Boy wieder einmal verliebt ist, seine Kanäle zur Mafia einschaltet oder wegen einer Kleinigkeit explodiert.

Als junger Frank Sinatra zeigt Janko Danailow den sympathischen Typ von nebenan, der "Night And Day" selbstbewusst seinen Traum vom Singen verfolgt und alles verliert. Entsprechend der Story darf Janko Danailow anfangs noch ins Mikrofon schmettern, zuweilen ziemlich schrill, aber Song für Song wird seine Stimme smarter und nähert sich Frank Sinatras charismatischem Mild-and-Mellow-Effekt.

Parallel dazu nimmt sich unter der musikalischen Leitung von Gerald Meier die Swingband, die sich anfangs immer wieder solistisch in den Vordergrund spielt, zurück, und bleibt mit flottem Sound dezent im Hintergrund.

Nach der Pause singt und spielt Tam Ward Frank Sinatras Comeback trotz Hustenanfällen infolge Stimmbanderkrankung über den Film. Der Fokus liegt allerdings auf den legendären "The Rat Pack"- Performances im "Sands Hotel" Las Vegas. Mit Dean Martin (Randy Diamond) und Sammy Davis Jr. lebt die trinkfreudige Mischung aus Songs, Tanz und Kabarett wieder auf. Mickey Smith Jr. herrlich schlaksig und witzig, erobert als steppender Sunnyboy das Publikum und enormen Zwischenapplaus.

Zwischen Mia und Ava

Dann bricht die Handlungsspannung ein. Frankies Hochzeit mit der jungen Mia Farrow (Hannah Redlich) bleibt belanglos. Zu intensiv ist seine Erinnerung an Ava Gardner. Mit "My Way" klingt "That's Life - das Frank-Sinatra-Musical" melancholisch aus und beflügelt mit den inszenierten Zugaben, den großen Hits "Mack The Knife", "Strangers in the Night" "Something Stupid" und "New York, New York" geschickt inszeniert den Schlussapplaus mit Standing Ovations.

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, Telefon: 09621/306-230 oder Telefon: 09661/8729-0

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