03.03.2020 - 19:25 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Die IAA ist für München eher Bürde als Geschenk

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Hamburg und Berlin haben verloren, München gewonnen: Die IAA zieht vom Main an die Isar. Doch kann die Landeshauptstadt überhaupt schultern, was sie sich da aufgeladen hat? Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Besucher drängen sich auf der Internationalen Automobilausstellung IAA um Fahrzeuge. Ab 2021 wird die große Motorensause in München starten.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Nach fast 70 Jahren hat die Internationale Automobilausstellung IAA 2019 an ihrem angestammten Austragungsort Frankfurt eine Vollbremsung hingelegt: Sinkende Besucherzahlen und Proteste von Klimaschützern vor den Messehallen sind mehr im Gedächtnis geblieben als automobile Innovationen. 2021 soll die Marketing-Plattform der Automobilindustrie also in München wieder ins Rennen um die Aufmerksamkeit von Medien und Kunden gehen - runderneuert, als "Mobilitätsplattform", wie der Industrieverband VDA verspricht.

Zuschlag für München: IAA kommt nach Bayern

München

Man weiß nicht, ob man die Landeshauptstadt wirklich für den Zuschlag beglückwünschen soll. Von den Kosten, die das Projekt IAA verursachen wird, ganz abgesehen: Schon bei der Baumesse BAU stößt Münchens Infrastruktur an ihre Grenzen - Staus, verstopfte Straßen. Selbst nach ausverkauften Konzerten im Olympiastadion steht man stundenlang an, um sich in eine überfüllte U-Bahn zu quetschen. Und jetzt noch eine Mega-Messe? Der Verkehrsinfarkt scheint programmiert. Zudem bringen sich auch IAA-Gegner wie der Bund Naturschutz schon in Stellung.

Der VDA bläst derweil fluffige PR-Wölkchen in die Luft, fantasiert davon, die austragende Stadt solle sich "zu einer Smart City mit intelligenten Verkehrskonzepten und innovativer Vernetzung der Verkehrsträger" entwickeln. Von dieser Vision ist nicht nur München Jahre entfernt. Und am Ende wollen die Hersteller auf der IAA ohnehin nur eins: Autos verkaufen, keine Verkehrskonzepte.

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