09.08.2020 - 17:25 Uhr
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Markgraf-Stiftung sucht Preisträger: Innovativ, kreativ, Oberpfälzer

Sind Oberpfälzer weniger kreativ als Oberfranken? Den Rainer-Markgraf-Preis erhielten bisher jedenfalls nur Oberfranken verliehen. Vielleicht trauen sich Oberpfälzer aber auch nur weniger zu, als die Nachbarn im Nordwesten.

Einer der Preisträger des Jahres 2018: Ralf Schmitt bei der Verleihung
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Rainer-Markgraf-Stiftung ist auf der Suche: Bis 28. August werden in Bayreuth und Immenreuth Vorschläge für mögliche Preisträger angenommen. Wer glaubt, er komme nicht in Frage, sollte sich Ralf Schmitts Geschichte Anhören. Denn der Preisträger des Vorjahres weiß bis heute nicht so ganz genau, wie er zu der Ehre kam.

Schmitt ist Geschäftsführer des Tropenhaus Kleintettau im Landkreis Kronach. Der liegt in Oberfranken, womit die Einrichtung und Schmitt die erste Bedingung bereits erfüllt hatten. Für den mit 20000 Euro dotierten Preis kommen nur Projekte in Oberfranken und der Oberpfalz in Frage, es sind diese beiden Bezirke, die dem Stifter und Namensgeber Rainer Markgraf besonders am Herzen lagen. Hier wollte er Menschen fördern, "die sich in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung als kreative Köpfe auszeichnen und mit ihrem Engagement das gesellschaftliche oder öffentliche Interesse wecken", wie es in der Beschreibung des Preises heißt. "Eine herausragende Leistung in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung von regionaler und überregionaler Bedeutung soll mit dem Preis ausgezeichnet werden."

Schmitt selbst war dafür zunächst nicht vorgesehen. Er hatte vielmehr die Aufabe, den Mäzen des Tropenhauses ins Spiel zu bringen. Vorschlagen kann man sich nämlich nicht selbst, das müssen andere übernehmen. Schmitt hatte den Auftrag von verschiedenen Bürgermeistern der Region, Carl-August Heinz für den Preis vorzuschlagen. Ohne die Hilfe des Glas-Unternehmers aus Kleintettau wäre das Tropenhaus ein Traum geblieben, der Vorschlag für den Markgraf-Preis sollte ein Dankeschön an den Mäzen sein, beschreibt Schmitt.

Seine Bewerbung für Heinz hat bei der Markgraf-Jury offensichtlich auch Eindruck hinterlassen – aber anders als gedacht. Denn nachdem Schmitt der Jury das Tropenhaus vorgestellt hat, interessierte diese sich mehr für Schmitt als für den gewünschten Preisträger. Als dann Markgraf-Stiftungs-Geschäftsführer Florin Prosch ihn als Preisträger benannt habe, sei das zunächst beinahe peinlich gewesen. Carl-August Heinz habe sich aber sehr verständnisvoll gezeigt: "Bei der Preisverleihung hat Herr Heinz die Laudatio für mich gehalten. Das hat mich sehr gefreut."

Die Entscheidung von Prosch und der Jury ist dabei bezeichnend: Der Preis soll nicht Geldgeber und Einflusreiche ehren. Es geht um Menschen, die sich Neues einfallen lassen und umsetzen, so wie es Namensgeber Rainer Markgraf gewünscht hatte. Markgraf sei ein großer Freund der Technik und der Entwicklung gewesen, bechschreibt Prosch. Er war begeistert von innovativen Prozessen und technischen Know-how. Gleichzeitig habe ihn die fest Verwurzelung in seiner Heimat ausgemacht. Beide Seiten des 2014 verstorbenen Bauunternehmers finden sich bei den Kriterien des Preises wider: die Verbundenheit zu Oberfranken und zur Oberpfalz und die Begeisterung für Neues. Bisher habe es noch keinen Preisträger aus der Oberpfalz gegeben, das könnte sich aber 2020 ändern. An mangelnder Kreativität sollte es jedenfalls nicht liegen.

Hintergrund:

Rainer-Markgraf-Stiftung

Kurz vor seinem Tod 2015 gründete Rainer Markgraf die Stiftung mit dem Zweck Bildung und Innovation in Oberfranken und der Oberpfalz zu fördern. Um das leisten zu können, übertrug Markgrafs Witwe Irene das Bauunternehmen mit rund 900 Mitarbeitern und ca. 400 Millionen Euro Jahresumsatz an die Stiftung. Diese zählt damit zu den finanzstärksten Stiftungen in Nordbayern.

www.rainer-markgraf-stiftung.de

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