19.07.2019 - 14:24 Uhr
Deutschland & Welt

Immer groß gedacht

Seit es Rea Garvey vor gut zwei Dekaden von seiner Heimat Irland nach Deutschland verschlug, ist viel passiert im Leben des 46-Jährigen.

Im Sommer 2019 präsentiert der in Deutschland lebende Ire Rea Garvey mit Band seine Live-Show zum neuen Album „Neon“ an ausgewählten Open Air-Schauplätzen. Natürlich dürfen sich die Fans in Regensburg auch auf Hits aus den drei vorangegangen Solo-CDs freuen.
von Autor MFGProfil

All die Mühen haben sich gelohnt, denn Garveys Weg mag gelegentlich ein mühseliger gewesen sein. Aber es war ein Weg stetig nach oben. Als Rea in seiner Wahlheimat 1998 ankam, schlug er sich zunächst als Roadie und Shirt-Verkäufer auf Festivals durch. Noch im selben Jahr inserierte er in einer Zeitung, dass er Mitstreiter für eine Band suche. Erfolgreich - rasch fanden sich vier Musiker beim Mann von der Insel zusammen, gründeten die Band Reamonn, es folgten erste Konzerte, 1999 wurde ein Vertrag mit dem renommierten Label "Virgin" abgeschlossen. Single "Supergirl" und Album "Tuesday" erschienen. Wieder Bingo, denn beide Tonträger enterten die Top 5 der Hitparaden.

Regelmäßige TV-Präsenz

Vier weitere Langrillen entstanden, allesamt hoch in den Charts nicht nur in Deutschland platziert, ehe die Formation mit dem Best Of-Werk "Eleven" und einigen groß angelegten Konzerten im Herbst 2010 ihre Trennung bekannt gab. Die übrigen Bandmitglieder gründeten zusammen mit neuem Frontmann eine Gruppe namens Stereolove. Rea Garvey hingegen, Sänger, Gitarrist und Hauptkomponist, kümmerte sich fortan um seine Solokarriere. Mit umwerfendem Erfolg.

Dafür mitverantwortlich ist auch Garveys regelmäßige TV-Präsenz. Bereits im März 2010 war er neben dem Jurypräsidenten Stefan Raab und der Sängerin Joy Denalane Jurymitglied in der Show "Unser Star für Oslo", in welcher der deutsche Beitrag für den "Eurovision Song Contest 2010" gesucht wurde. Von November 2011 bis Februar 2012 war der charismatische wie zur gleichen Zeit sensible Insulaner als einer von fünf Coaches bei der ersten Staffel der Castingshow "The Voice of Germany" zu sehen, in der gesangliche Nachwuchstalente gesucht werden. Auch in der zweiten Staffel war er als Coach zu sehen und stellte mit seinem Schützling Nick Howard gar den Sieger.

Im Vordergrund steht für Garvey allerdings das ureigene Ding, bislang sind vier Alben unter seinem Namen erschienen, die sich sämtlich ganz oben in den Hitlisten wiederfanden. Das aktuelle Küken nennt sich "Neon". Für den Protagonisten ist es, obwohl bereits im Vorjahr erschienen, nach wie vor eine spezielle Angelegenheit, wie er im Gespräch verrät: "Bis vor zwei Jahren hatte ich mit HipHop so gar nichts am Hut", meint Garvey. "Doch der Produzent meiner letzten Scheibe hat mich davon überzeugt, dass dies eine spezielle und ganz eigenständige Kultur ist."

Neu erfunden

Der Produzent heißt Imran "Abaz" Abbas und hat bereits mit Rap-Größen wie Kollegah, Haftbefehl, Samy Deluxe oder Culcha Candela gearbeitet. Während Rea sich eher Folk, Rock und Alternative verbunden fühlt, steckt "Abaz" voll im Kosmos der schnellen Reime und des modernen Programmierens. "Ich habe es Abaz zu verdanken", schwärmt Garvey weiterhin, "dass ich mich musikalisch in gewisser Weise neu erfunden habe, wenigstens teilweise."

Seit längerer Zeit ist Rea Garvey der Wahl-Berliner auf  auf Live-Tour, in diesem Sommer absolviert der Ire samt Band auch einige Open Airs. In der Oberpfalz ist er am Freitag, 2. August (Einlass 18 Uhr, Konzert 20 Uhr), auf dem Regensburger Schloss Pürkelgutzu erleben. Im Mittelpunkt wird "Neon" stehen, wie Garvey bekräftigt: "Allerdings mit wenig Computer-Einsatz", sagt er. "Jeder Musiker, der es mit seinen Live-Auftritten ernst nimmt, will auf der Bühne so authentisch wie möglich rüber kommen. Was bedeutet, dass möglichst vieles "handgemacht" ist."

Neben "Neon"-Stoff dem aktuellen Album wird man auch Songs aus der langen Karriere zu hören bekommen. "Das haben sich die Besucher verdient, denn die wollen bei einem Konzert schon mal in Nostalgie schwärmen", meint der Ire. "Ansonsten habe ich immer groß gedacht im Laufe meiner Karriere. Kommerzieller Erfolg verbiegt dich nicht, sofern du deine Arbeit ernst nimmst. Aber er sorgt dafür, dass man öffentlich mehr wahrgenommen wird. Dadurch mehr und mehr  kreative Möglichkeiten bekommt. Das ist es, was mich befeuert."

_Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0

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