Mitte Januar begingen zwei Männer in Ober- und Unterfranken gleich mehrere schwere Straftaten. Nachdem sie zunächst ein Smartphone, später einen BMW ergaunerten, fuhren sie mit dem Wagen gegen das Schaufenster eines Juweliergeschäfts in Bamberg. Das geraubte Handy lieferte den Ermittlern den entscheidenden Hinweis auf die Täter.
Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bamberg in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, begannen die beiden Männer ihren Raubzug in Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg). Dort sollen die beiden Männer eine Frau über Ebay kontaktiert haben, um ihr ein Smartphone abzukaufen. Bei der Übergabe soll einer der Männer der Frau das Handy gewaltsam entrissen haben. Er entkam mit einem hellen Mercedes in welchem der Komplize saß.
Noch am gleichen Abend entwendeten offenbar die gleichen Männer bei Schweinfurt einem Mann einen schwarzen BMW der 5-er Reihe im Wert von 18.000 Euro.
Täter lassen Auto am Tatort zurück
Mit diesem Wagen fuhren die Tatverdächtigen dann am frühen Freitagmorgen bei einem Juwelier in Bamberg rückwärts in das Schaufenster. Sie sprangen aus dem Wagen und schlugen die Vitrinen ein. Die Täter erbeuteten mehrere Schmuckstücke, deren Wert im unteren sechsstelligen Eurobereich liegt. Die Täter flüchteten mit einem größeren silbernen Mercedes mit einem mobilen Blaulicht auf dem Dach. Den BMW ließen die Einbrecher am Tatort zurück. Trotz Fahndung gelang den Männern die Flucht.
Aufgrund des in allen Fällen ähnlich beschriebenen Autos gingen die Kripobeamten von einem Zusammenhang zwischen den Straftaten aus. Die Cybercrimespezialisten der Polizei erlangten weitere Erkenntnisse in Bezug auf das geraubte Handy. Hierbei führte die schnelle Übermittlung von Informationen des Betreibers der Internetplattform „Ebay“ zu entscheidenden Erkenntnissen über die Täter. Obgleich die Männer äußerst vorsichtig vorgingen und ihre digitalen Spuren verwischten, gelang es den Cybercrimespezialisten entscheidende Erkenntnisse zu gewinnen.
Täter ist Polizeibeamter aus Berlin
Die Polizei Bamberg brachte schon kurz nach dem Einbruch auf das Juweliergeschäft in Erfahrung, dass einer der Tatverdächtigen das Handy in Berlin verkaufen will. Umgehend nahm die Kriminalpolizei Bamberg Kontakt mit Polizisten in Berlin auf, die zum geplanten Tatort an einem S-Bahnhof in Berlin fuhren. Die Berliner Beamten beobachteten den Verkauf des Handys und nahmen den Haupttäter fest. Bei ihm handelt es sich um den 30-jährigen Berliner. Die Einsatzkräfte stellten den Geldbetrag aus dem Verkauf des geraubten Handys sicher. Bei dem 30-jährigen Tatverdächtigen handelt es sich um einen Polizeibeamten im Krankenstand.
Durch weitere Ermittlungen überführten die Kriminalbeamten auch den gleichaltrigen Komplizen aus Norddeutschland. Die Beamten nahmen ihn in einer Wohnung im Kreis Bamberg fest. Bei der Durchsuchung der Zimmer fand die Polizei zahlreiche Schmuckstücke aus dem Einbruch beim Juwelier. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.















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