18.09.2019 - 16:13 Uhr
KallmünzDeutschland & Welt

Zeitgenössische Kunst in alten Gemäuern

Künstler aus der Region begegnen dem Weigerthof in Kallmünz auf Augenhöhe

Der Weidener Tone Schmid war einer der sieben Künstler, die vergangene Woche in der ehemaligen „Bierwirtschaft Felix Weigert“ arbeiteten. Die Ergebnisse des Künstlersymposiums sind dieses Wochenende vor Ort zu besichtigen.
von Susanne WolkeProfil

Die Ahnen sind als grobe Holzfiguren wieder auferstanden. Im Kuhstall gibt es jetzt Marmorplatten in Illusionsmalerei, und im Garten gedeihen im wahrsten Sinne des Wortes organische Gewächse. Wenn sich eine Gruppe von Künstlern einen alten Hof vornimmt, dann kippt dessen Erscheinungsbild leicht ins Ungewöhnliche.

Genau dies ist derzeit der Fall in der ehemaligen "Bierwirtschaft Felix Weigert" in Kallmünz. Dass das Gehöft in der Vilsgasse, in dem ehemals Flaschenbier verkauft wurde, in der vergangenen Woche Schauplatz eines Künstlersymposiums war, tat dem Charme des Gebäudekomplexes keinen Abbruch.

Alois Achatz, Korbinian Huber, el Sa Lindner, Stefan Link, Tone Schmid, Gisela Walch und Herta Wimmer-Knorr nahmen sich verschiedene Ort des sonst verschlossenen Anwesens auf künstlerische Weise vor. Skizzenhaft freigelegte Wandschichten hier, ein verkleinertes Luftbild von Kallmünz und Umgebung dort: Die Vertreter der Bereiche Malerei, Bildhauerei und Installation wussten sich behutsam in den denkmalgeschützten, aber noch nicht renovierten "Weigerthof" einzufügen.

"Begegnung" lautete das Motto des Künstlersymposiums, das vom Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Niederbayern /Oberpfalz ausgerufen worden war. Die Begegnung fand auf Augenhöhe statt. Denn egal ob mit Kettensäge, Pinsel und Farbe oder Fundstücken aus der Natur: Zwischen Kuhstall, Schuppen und Schankraum verhalfen die sieben Künstler der ehemaligen Bierwirtschaft zu einem neuen und doch unverfälschten Erscheinungsbild.

Alois Achatz etwa schuf aus Versatzstücken freigekratzter Wandflächen grafische Muster. Stefan Link sägte grobe "Gedenkköpfe" in Erinnerung an die ehemaligen Bewohner des Hofes. "el Sa" Lindner nahm sich malerisch die Wände des ehemaligen Kuhstalls vor. Herta Wimmer-Knorr setzte aus Pappmaché geformte Herzen und Nieren in den ehemaligen Gemüsegarten.

"Loslassen" lautete das Thema von Tone Schmid, der aus Materialresten seiner Hausdämmung schwimmende Objekte schuf, die später ihrem Schicksal im fließenden Wasser ausgesetzt werden sollen. Nicht für die Ewigkeit ist auch das Kunstevent im Kallmünzer Weigerthof angelegt. Zumindest an diesem Wochenende sind Hof und Arbeiten aber der Öffentlichkeit zugänglich:

Die Ergebnisse des Künstlersymposiums sind am Samstag, 21. und Sonntag 22. September von jeweils 10 bis 18 Uhr im Weigerthof, Vilsgasse 21 in Kallmünz zu sehen.

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