München
16.07.2022 - 11:16 Uhr

Katholischer Priester Wolfgang Rothe im Gewand beim CSD

Ausgefallene Outfits gehören beim Christopher Street Day zum guten Ton. Der Münchner Wolfgang Rothe allerdings plant einen Auftritt, der selbst für die bunte Parade mehr als ungewöhnlich ist.

Ein Vertreter der katholischen Kirche will beim CSD in München ein Zeichen setzen. Symbolbild: Daniel Reinhardt
Ein Vertreter der katholischen Kirche will beim CSD in München ein Zeichen setzen.

Im Priestergewand beim Christopher Street Day: Der katholische Geistliche Wolfgang Rothe will mit einem Auftritt bei der diesjährigen CSD-Parade in München ein Zeichen setzen: „Ich möchte für meinen Teil um Verzeihung bitten für das, was queeren Menschen in unserer Kirche angetan wurde“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich teile die Ziele des CSD uneingeschränkt“.

Rothe hat sich schon vor Jahren offen zu seiner Homosexualität bekannt. 2021 segnete er im Rahmen der Aktion „Liebe gewinnt“ mehrere homosexuelle Paare in einem katholischen Gottesdienst - gegen den erklärten Willen des Vatikan. Anfang des Jahres brachte er das Buch „Gewollt. Geliebt. Gesegnet.“ über katholisches Queer-Sein auf den Markt.

Beim CSD mitgelaufen sei er bislang noch nie. „Das hätte ich als aufdringlich von mir empfunden“, sagte er. Und er habe sich als Vertreter der katholischen Kirche dazu auch „nicht berechtigt“ gefühlt. Dieses Mal aber sei er ausdrücklich eingeladen worden.

Die katholische Kirche in Deutschland mache langsam Schritte in die richtige Richtung, sagte Rothe. Tatsächlich ist - für katholische Verhältnisse - in jüngster Vergangenheit einiges passiert. Im Januar dieses Jahres outeten sich 125 queere Beschäftigte der Kirche und protestierten unter dem Motto #OutInChurch gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kündigte der Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing, eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechtes an. Denn in der katholischen Kirche kann es einen bislang den Job kosten, wenn man sich zum Beispiel zu einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft bekennt.

„Das sind Signale, die Hoffnung machen dürfen“, sagte Rothe. Aber: „Wie konsequent das am Ende ausfällt, das wird man sehen.“

© dpa-infocom, dpa:220716-99-44192/2

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