25.09.2018 - 19:23 Uhr
Deutschland & Welt

Kauders Abgang ist ein vernichtender Schlag für Merkel

Die Wahl eines Fraktionsvorsitzenden ist an sich keine spektakuläre Sache. Wenn nach 13 Jahren jedoch ein Vertrauter der Kanzlerin abgeschossen wird, dann bekommt die Sache eine ganz andere Brisanz. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Volker Kauder (CDU), bis Dienstag noch Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Beginn der Sitzung.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil

Die Bundeskanzlerin ist angezählt: Mit Volker Kauder verliert Angela Merkel nach 13 Jahren einen ihrer treuesten und wichtigsten Verbündeten. Der ruhige Taktierer aus Baden-Württemberg hielt ihr in der Unionsfraktion den Rücken frei, sorgte für Disziplin und geschlossene Reihen. Allein die Tatsache, dass mit dem Westfalen Ralph Brinkhaus Ende August überhaupt ein Gegenkandidat für Kauder in die Arena gelangte, muss Merkel alarmiert haben. Dass der 50-Jährige sich mit seiner Kampfkandidatur jetzt gegen den 69-jährigen Amtsinhaber auch noch durchgesetzt hat, ist ein schmerzhafter Tiefschlag für die Kanzlerin.

Zwar gehört auch Brinkhaus nicht zu den laut polternden Vertretern seiner Zunft, mit einer offenen Revolte der Fraktion ist erst einmal nicht zu rechnen. Dennoch hat er bereits angekündigt, der Regierung auf Augenhöhe begegnen zu wollen und neuen Schwung in den Laden zu bringen. Die Bundeskanzlerin selbst spricht also von einer "Niederlage", denn einfacher wird es für sie mit dem Neuen nicht.

Dass Kauder nur wenige Tage nach dem Ende der peinlichen Groko-Querelen in Sachen Hans-Georg Maaßen abserviert wird, ist wohl kein Zufall. Offenbar verlieren die Unionsparlamentarier langsam die Geduld mit einer Regierungschefin, die beim mühsamen Zusammenhalten ihrer Chaos-Koalition eine von Tag zu Tag schlechtere Figur macht.

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