Deutschland und die Welt
03.01.2020 - 13:09 Uhr

Kinojahr 2020: Die Superhelden-Ära hält an

Regie-Legende Martin Scorsese wetterte im vergangenen Jahr: Die Marvel-Filme seien „mehr Freizeitpark als Kino“. Hollywood setzt trotzdem weiter Superhelden. Die wichtigsten Kinostarts im Überblick.

Harley Quinn ist Kult – obwohl sie in dem 2016 erschienenen „Suicide Squad“ nur eine Filmfigur von vielen war. Nun erhält die knallbunt gekleidete Schurkin in „Birds of Prey“ einen Solofilm. Bild: Claudette Barius/Warner Bros. Entertainment
Harley Quinn ist Kult – obwohl sie in dem 2016 erschienenen „Suicide Squad“ nur eine Filmfigur von vielen war. Nun erhält die knallbunt gekleidete Schurkin in „Birds of Prey“ einen Solofilm.

Januar

Es gab Zeiten, in denen war Will Smith ein Garant für Kino-Kassenschlager. Die Filme, in denen er die vergangenen Jahre mitspielte, floppten allerdings. Der jüngst erschienene „Gemini Man“ hatte mit dem parallel anlaufenden „Joker“ zu kämpfen. In "Bad Boys for Life“ (16. Januar) schlüpfen Will Smith und Martin Lawrence nun wieder in ihre Rollen als knallharte Polizisten und könnten dank des Nostalgie-Faktors einige Zuschauer ins Kino locken. Entgehen lassen sollten sich Cineasten in jedem Fall nicht den Antikriegsfilm „1917“ (16. Januar) von Sam Mendes („American Beauty“, „James Bond 007: Skyfall“), der in einer einzigen Plansequenz gedreht worden ist. Derweil erscheint ein Porträt über den deutschen Künstler Udo Lindenberg, dargestellt von Jan Bülow, mit dem Titel „Lindenberg! Mach dein Ding!“ (16. Januar). Der Plot von „Jojo Rabbit“ (23. Januar) klingt in jedem Fall – außergewöhnlich. Der kleine Jojo Betzler, der unter der Nazi-Herrschaft aufwächst, hat einen imaginären Freund: Adolf Hitler. Irgendwann erfährt Jojo, dass seine Mutter ein jüdisches Mädchen versteckt.

Februar

Margot Robbie zählt derzeit zu den angesagtesten Schauspielerinnen weltweit. Zuletzt war sie als Sharon Tate in „Once Upon a Time in … Hollywood“ zu sehen. Für ihre Darstellung als Tonya Harding in „I, Tonya“ war sie 2018 für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Vor allem ihre Rolle als Harley Quinn in „Suicide Squad“ gilt schon fast als ikonisch. Nun bekommt die Figur mit „Birds of Prey: The Emancipation Of Harley Quinn“ (6. Februar) ihren großen Auftritt. In „Nightlife“ (13. Februar) spielen Elyas M‘Barek und Palina Rojinski in einer romantischen Komödie Seite an Seite. Mit „The King‘s Man – The Beginning“ (13. Februar) wird eines der vielen Film-Franchises weitergeführt. Und mit „Sonic the Hegehog“ (13. Februar) bekommt nun sogar das Sega-Maskottchen eine Verfilmung.

Und weiter geht es mit den Realverfilmungen von Disney. Diesmal poliert das Filmstudio „Mulan“ auf. Bild: Disney
Und weiter geht es mit den Realverfilmungen von Disney. Diesmal poliert das Filmstudio „Mulan“ auf.

März

In „Der wunderbare Mr. Rogers“ (5. März), ein Biopic über den vor allem in Amerika populären Fernsehmoderator Fred Rogers, der durch seine Kinderserie „Mr. Roger‘s Neighborhood“ bekannt wurde, spielt Tom Hanks die Hauptrolle. „Der Unsichtbare“ (5. März), nach dem gleichnamigen Roman von H.G. Wells, bekommt ein Remake. Im März erscheint außerdem der neue Pixar. „Onward: keine halben Sachen“ (5. März) handelt von zwei Elfen-Brüder, die ihren verstorbenen Vater mithilfe von Magie für einen Tag wieder herbeizaubern – allerdings nur zur Hälfte. In „Godzilla vs. Kong“ (12. März) kommt es zum Giganten-Treffen. Mit „A Quiet Place 2“ (19. März) erhält der überaus sehenswerte Horrorhit aus dem Jahr 2018 einen zweiten Teil. Außerdem spendiert Disney mit „Mulan“ (26. März) einem weiteren Klassiker eine Realverfilmung.

Hierzulande ist Fred Rogers nicht sehr bekannt, in Amerika war er ein Kinder-Fernsehstar. Im Biopic „Der wunderbare Mr. Rogers“ wird er von Oscar-Preisträger Tom Hanks gespielt. Bild: 2019 Sony Pictures Entertainment
Hierzulande ist Fred Rogers nicht sehr bekannt, in Amerika war er ein Kinder-Fernsehstar. Im Biopic „Der wunderbare Mr. Rogers“ wird er von Oscar-Preisträger Tom Hanks gespielt.
In „Onward“ dreht sich alles um zwei Elfen-Brüder und ihren halben Vater. Klingt komisch, könnte aber einmal mehr ein kreatives Filmwerk mit viel Herz aus der Pixar-Schmiede werden. Bild: 2019 Disney/Pixar
In „Onward“ dreht sich alles um zwei Elfen-Brüder und ihren halben Vater. Klingt komisch, könnte aber einmal mehr ein kreatives Filmwerk mit viel Herz aus der Pixar-Schmiede werden.

April

Sein Name ist Bond, James Bond. Daran ändert sich auch im 25. Teil der Agententhriller-Reihe nichts. Erneut übernimmt Daniel Craig die Titelrolle. In „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ (2. April) will sich der Agent in Jamaika zur Ruhe setzen. Allerdings bittet ihn ein alter Freund um Hilfe: 007 soll einen entführten Wissenschaftler befreien. Auch der Boandlkramer kehrt zurück. Michael „Bully“ Herbig spielt den Tod erneut in einem Film von Joseph Vilsmaier. Die beiden haben bereits 2008 in „Die Geschichte vom Brandner Kasper“ zusammengearbeitet. Der neue Streifen trägt den Titel „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ (9. April), in dem Hape Kerkeling den Teufel mimt. Scarlett Johannsson schlüpft erneut in die Rolle der Natasha Romanoff alias „Black Widow“ (30. April). Die Figur erhält den lange angekündigten Solo-Film.

Mai

Nach 17 Jahren übernimmt Reese Witherspoon eine altbekannte Rolle und kehrt als Elle Woods in „Natürlich Blond – Teil 3“ (7. Mai) zurück. „The Woman in the Window“ (14. Mai) basiert auf einem Beststeller. Für die Verfilmung des Buches hat sich Regisseur Joe Wright („Abbitte“, „Die dunkelste Stunde“) eine ganze Star-Riege mit ins Boot geholt: Amy Adams, Julianne Moore und Gary Oldman spielen mit. Die Geschichte handelt von einer New Yorkerin, die ihre Nachbarn ausspioniert und Zeugin eines Gewaltverbrechens wird. Bei „Artemis Fowl“ (28. Mai) handelt es sich um eine Adaption der Buchreihe von Eoin Colfer.

Die meisten DC-Filme floppten bisher. „Joker“ aus dem vergangenen Jahr ist aber genauso eine Ausnahme wie „Wonder Woman“. Kein Wunder also, dass der Film um die Superheldin eine Fortsetzung bekommt. Bild: Bild: Warner Bros. Entertainment
Die meisten DC-Filme floppten bisher. „Joker“ aus dem vergangenen Jahr ist aber genauso eine Ausnahme wie „Wonder Woman“. Kein Wunder also, dass der Film um die Superheldin eine Fortsetzung bekommt.

Juni

Während in den vergangenen Jahren einige DC-Filme an der Kasse und beim Publikum floppten, kam „Wonder Woman“ durchwegs gut an. Kein Wunder also, dass Gal Gadot noch einmal die Superheldin mimt. „Wonder Woman 1984“ (11. Juni) spielt in der Zeit während des Kalten Krieges. Mit „Candyman“ (18. Juni) startet im Sommer ein weiteres Remake. Das Original, „Candymans Fluch“, erschien 1992 unter der Regie von Bernard Rose.

Juli

Der Reigen der Fortsetzungen geht auch im Juli weiter. Der mittlerweile fünfte „Purge“-Teil (2. Juli) kommt ebenso ins Kino wie „Minions 2“ (9. Juli). Tom Cruise schlüpft in „Top Gun 2: Maverick“ (16. Juli) erneut in die Rolle des Maverick. Außerdem bringt Marvel „Morbius“ (30. Juli) ins Kino. Ein Spider-Man-Spin-off, in dem Jared Leto den Vampir Mobius spielt. Bei all den bekannten Stoffen ist es wohltuend, dass Christopher Nolans neuer Film „Tenet“ (16. Juli) im Juli erscheint. Über den neuen Streifen des britischen Regisseurs, der so ausgezeichnete Filme wie die „Dark Knight“-Trilogie, „Inception“ und „Interstellar“ gedreht hat, ist bisher kaum etwas bekannt. Selbst ein erster Teaser verrät kaum etwas.

August

Was die Zuschauer im „Kaiserschmarrndrama“ (13. August) erwartet, ist schon im Vorfeld klar. Erneut wird ein Roman von Rita Falk veröffentlicht, mit der gewohnten Mixtur aus Humor und Skurillität. Sebastian Bezzel spielt einmal mehr Dorfpolizist Franz Eberhofer, bei dem sein Freund Rudi (Simon Schwarz) einzieht.

September

Nach den Filmen über Queen und Elton John erscheint ein weiterer Streifen über eine außergewöhnliche Musikerin. „Respect“ (3. September) widmet sich dem Leben und Schaffen von Aretha Franklin, die von Jennifer Hudson dargestellt wird. Horrorfans kommen bei „Conjuring 3“ (10. September) auf ihre Kosten.

Kino, das die Region bewegt. Für „Gott, du kannst ein Arsch sein“ haben Til Schweiger und Heike Makatsch einige Zeit in der Region gedreht – unter anderem in Nabburg und Schwandorf. Bild: Ufa Fiction 2019/Thomas Kost
Kino, das die Region bewegt. Für „Gott, du kannst ein Arsch sein“ haben Til Schweiger und Heike Makatsch einige Zeit in der Region gedreht – unter anderem in Nabburg und Schwandorf.

Oktober

Im Oktober starten eine ganze Reihe interessanter Filme. „The Many Saints of Newark“ (1. Oktober) erzählt, was vor den Ereignissen der Serie „Die Sopranos“ passiert ist. Der Trailer zum Animationsstreifen „Soul“ (1. Oktober) ist vielversprechend. Nicht unwahrscheinlich, dass Kreativschmiede Pixar ein weiteres Meisterwerk gelingt. In „Soul“ geht es um Musik und die wichtigsten Fragen des Lebens. „Gott, du kannst ein Arsch sein!“ (15. Oktober) ist vor allem deshalb interessant, weil für den Dreh unter anderem Til Schweiger und Heike Makatsch einige Zeit in der Oberpfalz arbeiteten. In der Neuverfilmung des Agatha-Christie-Romans „Tod auf dem Nil“ (15. Oktober) übernimmt Kenneth Branagh erneut Regie und Hauptrolle – wie bereits in „Mord im Orient-Express“. „Halloween Kills“ (15. Oktober) stellt die Fortsetzung zu „Halloween“ aus dem Jahr 2018 dar. Robert Zemeckis, Regisseur von Filmen wie der „Zurück in die Zukunft“-Teile, „Forrest Gump“ und „Cast Away“, bringt mit „The Witches“ (15. Oktober) eine Neuverfilmung von Roald Dahls Kinderbuch-Klassiker „Hexen hexen“ ins Kino.

November

Mit „The Eternals“ (5. November) erscheint der sage und schreibe 25. Spielfilm (!) innerhalb des Marvel Cinematic Universe (MCU). Regie im Film, der von einer mit Superkräften ausgestatteten, menschenähnlichen Rasse handelt, führt Chloé Zhao.

Ein bekannter Titel, ein noch bekannterer Regisseur. Steven Spielberg übernimmt das Zepter bei der Neuverfilmung von „West Side Story“. Bild: 2019 Twentieth Century Fox
Ein bekannter Titel, ein noch bekannterer Regisseur. Steven Spielberg übernimmt das Zepter bei der Neuverfilmung von „West Side Story“.

Dezember

Nach „Jesus liebt mich“, „Der geilste Tag“ und „100 Dinge“ folgt mit „Oskars Kleid“ (3. Dezember) Florian David Fitz‘ vierte Regiearbeit. Eddie Murphy, um den es in den vergangenen Jahren recht ruhig geworden ist, kehrt wieder zurück. In „Der Prinz aus Zamunda 2“ (17. Dezember) spielt er eine seiner bekanntesten Rollen. Denis Villeneuve („Sicario“, „Arrival“) versucht sich an einem Stoff, an dem David Lynch einst gescheitert ist: „Dune“ (23. Dezember). Alt-Meister Steven Spielberg probiert sich indes an einem bekannten Musical und führt in „West Side Story“ (17. Dezember) Regie.

Kino für Kinder:

Kino für Kinder gibt es auch im Jahr 2020. Unter anderem starten folgende Streifen:

  • „Charlie und Louise – Das doppelte Lottchen“ (16. Januar)
  • „Die Wolf-Gäng“ (23. Januar)
  • „Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen“ (30. Januar)
  • „Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert“ (30. April)
  • „Ostwind 5 – Der große Orkan“ (21. Mai)
  • „TKKG 2“ (18. Juni)
  • „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“ (25. Juni)
  • „Drachenreiter“ (6. August)
  • „Jim Knopf und die Wilde 13“ (8. Oktober)
  • „Yakari – Große Stürme mit Kleiner Donner“ (29. Oktober)
  • „Die Croods 2“ (17. Dezember)
 
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