24.05.2019 - 14:26 Uhr
KönigsteinDeutschland & Welt

Leser-Tour in die Königsteiner Alb

„Sehr abwechslungsreiche und facettenreiche Wanderung, die in die fast unbekannten Ostausläufer der Kuppenalb führt“. Und in diese Gegend führt unsere Leser Meta Betke vom Oberpfälzer Waldverein am Samstag, 22. Juni.

Auf dem Rückweg kommt man am Ortsrand an der Katholischen Kirche St. Michael vorbei. Von hier aus hat man diesen Blick über den Obstgarten auf Königstein mit dem dominanten Turm der evangelischen Kirche St. Georg.
von Autor MOGProfil

Ausgangspunkt ist Königstein (Kreis Amberg-Sulzbach). In der Nähe des Steinstadels ist ein großer Parkplatz, von dem ein ausgeschilderter Fußweg in den Markt hineinführt. Über Oberen Markt und Unteren Markt geht es zum Ortsende in Richtung Gaißach. Die Rotring-Markierung leitet uns nach rechts in Richtung Kühloch. Es ist ein fußfreundlicher Wiesenweg. Bei einer Gruppe von mächtigen Buchen denkt man unwillkürlich an ein Gedicht von Günter Eich "Wer möchte schon leben ohne den Trost der Bäume".

___ "Stiller Poet" ___

Bei einem Holzstapel biegen wir links ab. Bevor wir in den Wald eintauchen, lohnt ein Rückblick auf Königstein. Es geht nun steil bergan und die Empfehlung für gutes Schuhwerk wird verständlich. Der gesamte Weg ist zwar "nur" knapp 13 Kilometer lang, durch das oftmalige Auf und Ab über felsige und von Wurzeln überzogenen Pfaden aber manchmal auch beschwerlich. Schnelles Durchrennen in drei Stunden geht gar nicht. Auf dem Kühlochberg werden sie staunend vor der gleichnamigen Höhle stehen und den Kopf in den Nacken werfen, wenn Kletterer in den Wänden links davon höher turnen. Die Routen haben dort so schöne Namen wie "Stiller Poet", "Feuerwächter" oder "Emma Dilemma".

Die Markierung 20 leitet zuverlässig weiter, die B 85 wird gequert und wir steuern auf den Herrenberg zu, wo zwei Windräder der Bürgerwindanlagen Königstein auf 80 Meter hohen Betontürmen und mit Rotordurchmessern von 116 Metern arbeiten. Über Feldwege erreichen wir durch eine noch klein strukturierte Agrarlandschaft bald Kürmreuth.

___ Verwittertes Ölbergrelief ___

Vor der Einkehr empfehlen wir einen Besuch der Simultankirche Sankt Laurentius. Hochaltar, Madonnenfigur an der linken Seitenwand oder das in Sandstein gehauene, jedoch arg verwitterte Ölbergrelief lohnen einige Minuten der stillen Einkehr, bevor es im "Landgasthof Zur Post" zur wohlverdienten Mittagsrast geht. Aus dem Ort führt uns der Wegweiser nach Lunkenreuth mit der 20 weiter. Der Weg, fast mehr Pfad, führt hart am Rande des Truppenübungsplatzes durch ein stilles Trockental und dann am Hang eines Buchenwaldes entlang, wo rechts immer wieder Felstürme die Szenerie beleben. In Lunkenreuth gilt es wenige Hundert Meter auf der Teerstraße zu gehen. Dann überqueren wir auf einer Brücke die B 85.

Auf Trockenrasenhängen geht es am Waldrand weiter. Den ganzen Weg über lohnt es, aufmerksam nach besonderen Pflanzen des Jura Ausschau zu halten. Ende Mai entdeckten wir die letzten Frühlings-Platterbsen, Riesenanemonen und Maiglöckchen, die ersten Salomonsiegel und Orchideen wie das Weiße Waldvögelein. Nach der kleinen Ortschaft Döttenreuth, die wie verwunschen am Waldrand liegt, geht es nochmals bergan, bevor der Weg abwechslungsreich durch Wald, Felder und Obstgärten an der Kirche vorbei nach Königstein führt. An heißen Tagen verlockt hier ein Naturbad zu Erfrischung, wer sich innerlich erfrischen will, Wirtshäuser gibt es zur Genüge.

Info:

Anmeldung

Wer die Wanderung mitmachen möchte, meldet sich online bis Sonntag, 2. Juni unter www.onetz.de/leserwanderung an. Bitte auch eine Telefonnummer angeben. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 50 begrenzt. Es entscheidet das Los. Einzige Voraussetzung: Die Bewerber müssen Abonnenten einer unserer Zeitungsausgaben sein. Wir wollen Treue belohnen. Wenn die 50 Plätze weg sind, gibt es nur noch eine Warteliste. Wer zum Zug kommt, wird bis Freitag, 7. Juni, per E-Mail benachrichtigt.

Info:

Anfahrt

Anfahrt aus Amberg über die B 85 in Richtung Auerbach und bei Gaisach links abbiegen. Von hier nur noch 2 Kilometer nach Königstein. Etwa 35 Kilometer.

Anfahrt aus Weiden über Mantel, Freihung, Vilseck nach Mönlas, hier auf die B 85 nach Norden und bei Gaisach nach Königstein. Etwa 45 Kilometer.

Im ersten Abschnitt der Wanderung, vor der großen Brotzeit im Wirtshaus in Kürmreuth, kommen die Wanderer an dieser Felsformation vorbei. Es ist das Kühloch, in dem nach alten Berichten, Bauern aus der Gegend ihre Kühe vor den Franzosen im Jahre 1796 versteckt haben sollen.
Die Frühlings-Platterbse war eine von vielen Hinguckern auf dem Weg durchs Königsteiner Land. Die rotviolett bis karminroten Blüten leuchten an manchen Stellen in den Buchenwäldern. Die Samen der Pflanze sind giftig für Menschen und Tiere.
Das Hochaltarbild zeigt den Heiligen Laurentius mit dem Rost und der Flamme, auf dem er der Legende nach zu Tode gequält worden sein soll.
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