24.11.2021 - 22:02 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar: Die Ampel sendet positive Signale

Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP steht, die erste Ampel-Regierung auf Bundesebene kann kommen. Vielleicht genau die Regierung, die das Land jetzt braucht. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

FDP-Chef Christian Lindner, der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck stellen den gemeinsamen Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien vor.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Es sagt schon viel über unsere aufgeheizten Zeiten aus, wenn das Bemerkenswerteste an den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP ist: Man hat nichts von ihnen mitbekommen. Vor allem Schlagzeilenmacher und wahrscheinlich auch Unionsanhänger gierten förmlich nach durchgestochenen Informationen über die Gespräche der drei Parteien. An wem würde die Ampel scheitern, bevor sie überhaupt leuchtet? Wer würde zuerst die Geduld verlieren und dann vor die Kameras treten, um zu sagen, es sei besser, "nicht zu regieren, als falsch zu regieren"? Jetzt ist klar: niemand.

Nach den schmerzhaft langen und letztlich gescheiterten "Jamaika"-Verhandlungen vor vier Jahren reibt man sich schon verwundert die Augen, dass es Liberale und Grüne diesmal offenbar geschafft haben, sich anzunähern. Und es spricht Bände, dass FDP-Chef Christian Lindner den designierten Bundeskanzler Olaf Scholz als "starke Führungspersönlichkeit" lobt, auch wenn er das nicht müsste. Vielleicht war es ja wirklich dessen sachliches Naturell, das den Ausschlag für den Erfolg der Verhandlungen gegeben hat.

Sollte all das Vorbote eines neuen Politikstils in der künftigen Bundesregierung sein, kann das dem krisengebeutelten Land nur helfen und Vorbildcharakter haben. Falls es drei Parteien, die unterschiedlicher kaum sein könnten, schaffen, sich sachlich und auf Augenhöhe zusammenzuraufen, können wir das dann nicht alle?

Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP steht

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