Kommentar zu Corona-Tests: Misstöne und Marschmusik

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Als erstes Bundesland will Bayern kostenlose Corona-Tests für alle anbieten. Die Kritik am Vorpreschen lässt nicht lange auf sich warten. Zu Unrecht, meint Frank Werner.

Markus Söder (CSU) zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Während der 1. FC Nürnberg in der Zweiten Liga der Musik schon lange hinterherrennt, gibt ein fränkischer Politiker regelmäßig den Takt vor: Markus Söder spielt im Konzert der Corona-Maßnahmen die Erste Geige. Ob bei den Ausgangsbeschränkungen, beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Hotspot-Gebieten oder jetzt beim "Test für alle": Bayern bläst den anderen Bundesländern den Marsch. Doch es gibt Misstöne: Söder hat sich diesmal verspielt, so die Kritik.Ganz in Moll tritt diesmal vor allem Gesundheitsminister Jens Spahn auf. Massentests könnten die Menschen - bei entsprechend günstigen Ergebnissen - in trügerischer Sicherheit wiegen, so die Befürchtung. Auf der anderen Seite: Lieber zu viele Menschen testen als zu wenig. Denn völlig unabhängig von den Ergebnissen bedeutet die Maßnahme keine rasante Rückkehr zur völligen Normalität. In Tirschenreuth ist am Montag eine groß angelegte Studie zum Nachweis von Antikörpern gestartet. Die Kliniken Weiden AG testen alle Mitarbeiter. Es tut sich was, auch in der Region. Gezielte Untersuchungen sind ein wichtiger Teil der Strategie. In der Bekämpfung des Virus kann es kein Zuviel an Maßnahmen geben. Deshalb lieber einen Dirigenten und Taktgeber wie Söder als eine Kapelle von Schlafmützen. Seine unablässigen Warnungen vor einer zweiten Welle sind auf jeden Fall der richtige Donnerhall.

Ministerpräsident in Sorge

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