11.06.2021 - 19:19 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar: Handel und Industrie wegen Müllflut in der Verantwortung

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Seit 30 Jahren wird in Deutschland der Haushaltsmüll getrennt. Und trotzdem steckt das System in der Krise. Am Verbraucher liegt es nicht. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Sortierte Verpackungsabfälle stehen gepresst neben einer Halle, nachdem sie in einer Sortieranlage getrennt worden sind.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Der Sechserpack Äpfel in der Pappschale mit Halterung, die Nudeln im Karton mit nur einem kleinen Sichtfenster, Waschpulver in der Schachtel oder Milch, Sahne und Joghurt in Pfandgläsern - wer sich beim Einkaufen Mühe gibt, kann Plastik vermeiden. Ein bisschen immerhin. Wenn man es sich denn leisten kann. Denn Produkte mit umweltfreundlicheren Verpackungen sind gerne auch mal deutlich teurer als der Rest.

Wer im Supermarkt auf jeden Euro achten muss, kann sich nicht auch noch um Müll und Umweltsiegel Gedanken machen, das ist klar. Doch spätestens daheim, wenn die Verpackungen leer sind, kann jeder seinen Teil beitragen. Und die meisten Deutschen tun das mit Wonne. Mülltrennung ist in den letzten 30 Jahren zu einer Art Volkssport geworden, um den uns andere Länder beneiden. Da schallt schon mal ein empörter Aufschrei durch die Küche, wenn im Restmülleimer eine leere Thunfischdose gefunden wird.

Trotzdem ist deutsche Abfallsystem in einer Sackgasse gelandet. Zu viel Müll wird verbrannt statt recycelt. Dabei übernehmen die Verbraucher doch schon längst Verantwortung. Jetzt müssen endlich auch Lebensmittelindustrie und Handel zeigen, dass sie den Kampf gegen die Plastikmüllflut ernst nehmen.

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