Kommentar: Die Hausaufgaben des Freistaates

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Ab September soll in den Schulen im Freistaat wieder Präsenzunterricht einkehren. Ein Neustart mit einigen Fragenzeichen, meint Frank Werner.

Kultusminister Michael Piazolo.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Für die meisten Eltern ist diese Meldung ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Ab September soll in den Schulen in Bayern weitgehend Normalität einkehren. Jeden Tag Unterricht, ein geregelter Alltag - kaum zu glauben. Die Coronakrise ist für die Familien eine Belastung, eine Zerreißprobe, eine Herkulesaufgabe. Genervte und gelangweilte Kinder, dazu oftmals finanzielle Einbußen durch Kurzarbeit. Die Pandemie belastet den Geldbeutel - und die Geduld. Viele misstrauen dem Corona-Frieden. Die Angst vor einer zweiten Welle ist nach wie vor groß. Im Kreis Gütersloh flammt nach dem Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies die Coronakrise wieder voll aus - der nächste Lockdown, gerade in der Oberpfalz kommen die Erinnerungen an den Hotspot Mitterteich wieder hoch. Zu früh gefreut, zu schnell gelockert. Das Horrorszenario des nächsten ungebremsten Ausbruchs ist kein Hirngespinst. Zu viele schwarze Schafe wie Tönnies sind unterwegs. Jüngstes Beispiel: Der Tennisstar Novak Djokovic, der alle Warnungen missachtete, Turniere spielte, Partys feierte. Jetzt ist der serbische "Tennis-Trottel" selbst positiv getestet worden. Der Weltranglisten-Erste steht jetzt auf dem letzten Platz der Vorbild-Liste. Was das mit den Schulen im Freistaat zu tun hat? Eine ganze Menge. Das Virus ist weiter präsent. Alle Vorsichtsmaßnahmen absolut gerechtfertigt. Die Politik in Bayern geht den richtigen Weg. Behutsam ans Ziel, mit höchst möglicher Flexibilität. Die Hausaufgaben bleiben. Die mangelnde Digitalisierung und die fehlende Medienkompetenz der Lehrer müssen schnellstens behoben werden. Das ist eine Frage des Geldes und des Willens. Das Virus hat die Schwächen in diesem Bereich mehr als schonungslos aufgezeigt.

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