14.05.2020 - 19:24 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar: Hilfe für den Kulturbetrieb ist wichtig, aber andere Dinge haben Vorrang

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Der bayerische Kulturbetrieb bekommt mehr Millionen-Unterstützung von der Regierung als geplant. Das ist gut und richtig. Doch wo soll im Moment eigentlich das große Publikum herkommen?

Geschlossene Vorhänge: Der Kulturbetrieb in Bayern ist durch Corona quasi eingefroren. Musiker, Kabarettisten oder Theaterensembles dürfen nicht auftreten.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Die Rolle der bayerischen Staatsregierung ähnelt in diesen Tagen der eines Elternvogels, der mit Nahrung zum Nest zurückkehrt und sich mit vielen weit aufgerissenen Schnäbeln konfrontiert sieht. Alle schreien, jeder will zuallererst etwas abbekommen: von den Lockerungen der Virus-Schutzmaßnahmen - und vom Steuergeld. Keine beneidenswerte Lage, in der sich Ministerpräsident Markus Söder und seine Mannschaft befinden. Sie können machen, was sie wollen: Nie werden alle gemeinsam zufrieden sein.

Nun wird der Rettungsschirm für den bereits an vielen Stellen subventionierten Kulturbetrieb von 90 auf 200 Millionen Euro vergrößert - eine wichtige Geste. Theater, Konzerthallen, Kinos und vor allem freiberufliche Musiker, Schauspieler und Kleinkünstler sind sicher nicht undankbar für diese Finanzspritze. Es muss sich allerdings am Ende noch zeigen, wann wie viel Geld bei den Betroffenen ankommt.

Bayern will Kulturbetrieb behutsam neu starten

Bayern

Verständlich, dass Künstler ungeduldig sind, weil die Politik keine konkreten Ansagen macht, wann diese endlich wieder vor Publikum werden auftreten können. Allerdings stehen sie vorerst leider hinten in der Reihe. Denn erst wenn Eltern alle ihre Kinder wieder in Kita oder Schule schicken können, werden sie überhaupt den Nerv haben, ins Theater oder auf Konzerte zu gehen. Und erst wenn die Heerschar der Kurzarbeitenden wieder ihr volles Gehalt auf dem Konto hat, wird sie wieder ein paar Euro für Kino & Co. übrig haben.

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