Kommentar: Höchste Zeit für ein Ende der Kleinstaaterei

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Lange hat Angela Merkel zum Thema Coronavirus geschwiegen. Jetzt findet die Kanzlerin die richtigen Worte, meint Frank Werner.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

In stürmischer Corona-See braucht es einen zupackenden Kapitän. Angela Merkel war in der Virus-Krise bisher abgetaucht. Am Mittwoch nahm die Kanzlerin endlich das Ruder in die Hand. Ihr Kurs: Mit voller Kraft voraus Richtung Besonnenheit. Nicht das falscheste Signal, wenn die Nadel des Kompasses zunehmend in Richtung Verunsicherung schlägt

Keinen schlechten Job hat bisher Merkels Corona-"Kommandant" Jens Spahn gemacht. Der Gesundheitsminister hat viele überrascht, strahlt in turbulenten Zeiten Ruhe und Vertrauen aus. Fast schon ein wenig schade, dass er seine Kandidatur zum CDU-Vorsitz der Loyalität zu Armin Laschet geopfert hat.

Die ersten Schritte zur Bewältigung der Krise sind getan: Liquiditätshilfen für die Wirtschaft, Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, eine Lockerung des Diktats der "Schwarzen Null", Absage von Großveranstaltungen, Geld für die Entwicklung von Corona-Medikamenten. Alles Mosaiksteine im Kampf gegen die Krise, die zu lange unterschätzt wurde.

Gut auch, dass endlich die Kleinstaaterei über Bord geworfen wird. Für föderalistische Spielchen ist kein Platz. Das Problem muss mit zentralen Ansagen bekämpft werden. Es ist auch höchste Zeit für europäische Solidarität - wenn sie schon beim Thema Flüchtlinge so kläglich gescheitert ist.

Europa sitzt in einem Boot. Es ist Zeit, Segel zu setzen, damit auch die Schwächsten wieder Land gewinnen. Stabilitätskriterien müssen kurzzeitig über Bord geworfen werden. Der Dampfer EU hat genügend Kraft, damit kein Staat wirtschaftlich auf Grund laufen muss. Ein kleiner Virus erfordert große Kraftanstrengung - ohne Grenzen.

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