02.02.2022 - 11:27 Uhr
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Kommentar: Impfpflicht für Kliniken und Heime – unfair und zu spät

Die Gesundheitsämter warnen, dass die geplante Impfpflicht für Pflegende nicht so schnell umsetzbar sei. Jetzt wäre die Gelegenheit, mit diesem Unfug aufzuhören. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Kommentar von Frank Stüdemann
Pflicht-Piks für Pflegekräfte: Ergibt das noch einen Sinn an diesem Punkt der Pandemie? Symbolbild: Marijan Murat/dpa
Pflicht-Piks für Pflegekräfte: Ergibt das noch einen Sinn an diesem Punkt der Pandemie?

Eine Impfpflicht für Mitarbeitende bestimmter Einrichtungen war auf dem Papier eine nachvollziehbare Idee. Im Frühjahr 2021 jedenfalls. Damals jedoch war es der Politik noch relativ egal, ob Krankenschwestern oder Pfleger geimpft waren oder nicht - Hauptsache, sie schoben Schicht um Schicht, um das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Jetzt allerdings, Anfang 2022, wirkt es nur noch so, als solle an diesem dringend benötigten Personal - und dazu gehören auch Reinigungskräfte - ein Exempel statuiert werden. Anders ist es schwer zu erklären, warum nicht zeitgleich auch in anderen Dienstleistungsbereichen die Pflicht zum Piks eingeführt werden sollte.

Es sollte weiterhin den Kliniken und Heimen überlassen werden, wie und wo sie ihre ungeimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzen und wie sie dabei für ein Maximum an Sicherheit sorgen.

Zudem: Der Zeitpunkt für die Einführung einer Impfpflicht, egal für wen, scheint vorbei. Bis die Behörden überhaupt personell und strukturell in der Lage sein werden, sie effektiv umzusetzen und damit die Impfquote zu erhöhen, gehen wir längst wieder ohne Masken einkaufen. Hoffentlich.

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