06.04.2020 - 19:26 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar: Das Spiel mit der Hoffnung in Corona-Zeiten

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Österreich prescht vor und stellt für die Zeit nach Ostern erste Lockerungen im Corona-Krisenmodus in Aussicht. Ein Risiko, dass Berlin bisher meidet. Zu Recht. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich mit konkreten Ankündigungen zur Lockerung der Beschränkungen zurück - aus gutem Grund.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

In dieser Phase der Coronakrise, nach bereits mehreren Wochen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens, kommen Politiker in eine Versuchung, der schwer zu widerstehen ist: Lockerungen der restriktiven Maßnahmen in Aussicht zu stellen, als Stimmungsaufheller für die Menschen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat als erster europäischer Staatschef einen sehr konkreten Fahrplan für die ersten Schritte bei der Rückkehr in die Normalität vorgestellt.

Auch in Dänemark sind für die Zeit nach Ostern erste Lockerungen angekündigt - wenn auch wesentlich unkonkreter. In Tschechien wird derzeit immerhin über kleinere Ausnahmeregelungen für den Handel diskutiert. Deutsche Politiker sind da weitgehend vorsichtiger, auch die Bundeskanzlerin bleibt aus gutem Grund vage: Nach Ostern wird die Lage geprüft, so das Mantra, vorher nicht. Es stimmt schon: Wer nichts verspricht, kann niemanden enttäuschen. Aber jedes Signal, das sich als Ansatz einer Entwarnung deuten ließe, muss vermieden werden - nicht zuletzt, um die Leichtsinnigen nicht zu ermuntern. Denn niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt einen seriösen Exit-Plan präsentieren.

Optimismus ist an sich gut, aber übersteigerte Hoffnungen könnten jetzt schädlich sein. Insofern ist die Botschaft der deutschen Politik bisher richtig: Wir sollten das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es dann nehmen, wie es kommt.

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