Kulmbach
02.02.2020 - 16:01 Uhr

Verfolgungsjagd "über Stock und Stein"

Drei Männer haben sich in Oberfranken eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geleistet. Die Jagd geht über die Autobahn, durch ein Waldstück und die Innenstadt – Fußgänger müssen zu Seite springen und ein Hubschrauber ist im Einsatz.

Zum Glück keine Verletzte gab es am Sonntagmorgen bei einer wilden Verfolgungsjagd durch Oberfranken. Die Polizei stoppte am Ende diesen weißen Kia. Bild: ppof
Zum Glück keine Verletzte gab es am Sonntagmorgen bei einer wilden Verfolgungsjagd durch Oberfranken. Die Polizei stoppte am Ende diesen weißen Kia.

Die Polizei im Landkreis Kulmbach in Oberfranken hat am Sonntag, 2. Februar, drei Männer aus dem Raum Bamberg mit einem weißen Geländewagen verfolgt und anschließend festgenommen. Laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberfranken geriet der Kia auf der A70 ins Visier einer Streife, weil die Kennzeichen des Fahrzeugs als gestohlen gemeldet und deswegen zur Fahndung ausgeschrieben waren.

Doch zu einer Kontrolle auf er Autobahn kam es nicht: Der Fahrer des Kias beschleunigte beim Anblick des Polizeifahrzeugs sofort und düste Richtung Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach davon. Laut Polizei wechselte er dort auf die A9 und passierte die Anschlussstelle Himmelkron "mit hoher Geschwindigkeit und riskanten Fahrmanövern". Inzwischen war Verstärkung eingetroffen: Mehrere Streifenwagen aus unterschiedlichen Polizeidienststellen aus dem Raum Bayreuth und Hof hefteten sich mit Blaulicht an den Geländewagen. Was dann passierte, beschreibt Manuel Friedrich vom Polizeipräsidium Oberfranken wie folgt:

Fußgänger springen zur Seite

"An der Anschlussstelle Marktschorgast verließ das Fahrzeug die Autobahn und bog auf einen Waldweg in Richtung des Ortsteils Grundmühle ab. Zahlreiche Fußgänger mussten sich auf der Strecke durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Verletzte gab es glücklicherweise nicht."

Erst beim Waldschwimmbad in Wirsberg gab es dann kein Durchkommen mehr für den Kia. Mehrere Polizeifahrzeuge versperrten den Flüchtigen die Durchfahrt. Zwei Fahrzeuginsassen im Alter von 29 und 38 Jahren wurden festgenommen. Die Beamten stellten den weißen Kia sicher.

Fahndung per Hubschrauber

Doch damit war der Krimi nicht beendet: Ein 40-Jähriger flüchtete zunächst zu Fuß in den angrenzenden Wald. Die Polizei leitete sofort "umfangreiche Fahndungsmaßnahmen" ein, auch mit einem Polizeihubschrauber wurde die Gegend abgesucht. Laut Friedrich wurde der Mann schließlich gegen 10 Uhr entdeckt und ebenfalls festgenommen.

Die drei Männer müssen sich nun wegen diverser Delikte verantworten, unter anderem steht der Verdacht des Kennzeichendiebstahls sowie der Urkundenfälschung im Raum. In Wirsberg wurde bei der Verfolgungsjagd zudem ein Stromverteilerkasten beschädigt. Der Schaden liegt bei rund 500 Euro.

Polizei sucht nach Zeugen

Die Polizei bittet Zeugen der Verfolgungsfahrt und insbesondere Personen, die auf der Strecke von Marktschorgast über die Grundmühle bis Wirsberg gefährdet wurden, sich bitte bei der Polizeidienststelle Stadtsteinach unter der Telefonnummer 09225/96300-0 zu melden.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.