Sich ein Buch schnappen, in einem Sessel versinken und in eine andere Welt eintauchen: Büchereien bieten die Möglichkeit, neuen Lesestoff zu finden und auszuprobieren. Für viele Kinder und Jugendliche eröffnet sich so die Welt des Lesens und der Bücher. Am Mittwochabend zeichnete das Bayernwerk im Kulturhaus Aurelium in Lappersdorf (Kreis Regensburg) fünf Büchereien mit dem Kinderbibliothekspreis 2018 aus.
In kurzen Filmen wurden die Büchereien vorgestellt. Dabei wurde deutlich: Hinter jedem Gewinner steckt ein höchst engagiertes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen. Sie leihen nicht nur Bücher aus, sie planen Leseaktionen, setzen Themenschwerpunkte, feiern Feste und machen aus den Büchereien kulturelle Zentren. "Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Fantasie", sagte ein Mädchen in die Kamera. Der Zauber von Büchern scheint auch in Zeiten von Smartphone und Tablet nicht verflogen.
Kompetenzen für Erfolg
Auch Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel schwärmte von der "Magie des Lesens". Die ausgezeichneten Büchereien bezeichnete er als "leuchtende Beispiele für nachhaltige Leseförderung". Lesen und Schreiben seien entscheidende Schlüsselkompetenzen für den späteren schulischen und beruflichen Erfolg von Kindern und Jugendlichen. "Engagierte Büchereien schaffen über die Schulbank hinaus vielfältige Leseanreize und vermitteln unseren jungen Menschen Spaß am Lesen sowie Freude an unserer identitätsstiftenden Sprache", ergänzte Kultusminister Bernd Sibler.
Für "ihre herausragende Leseförderung von Kindern und Jugendlichen" wurden die Bücherei Auerbach (Kreis Deggendorf), die Gemeinde- und Schulbibliothek Oberhaching (Kreis München), die Katholische öffentliche Bücherei Schlüsselfeld (Kreis Bamberg) und die Gemeindebücherei Steinach (Kreis Straubing-Bogen) ausgezeichnet. Einen Sonderpreis für nachhaltiges Engagement erhielt die Bücherei im Rathaus Reit im Winkl (Kreis Traunstein). Jeder Gewinner bekam einen Mediengutschein im Wert von 5000 Euro und einer ganzen Reihe von Sachpreisen.
Erstmals wurde in diesem Rahmen auch der mit 1500 Euro dotierte Paul-Maar-Preis vergeben. Kinderbuchautor Paul Maar ("Das Sams") persönlich übergab die Auszeichnung an den Autor und Dramaturgen Jens Raschke. Er sei häufig an Schulen eingeladen und höre immer wieder die Klage, dass es keine neuen Kinderbuchautoren gebe, sagte der 80-jährige Maar. Das habe ihn auf die Idee eines Nachwuchspreises gebracht, der seit 2009 von ihm selbst und der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur mit Unterstützung des Bayernwerks verliehen wird.
Geschwister verloren
Maar würdigte Raschke als "empathischen Autor mit großer poetischer Kraft". In seinem Kinderroman "Schlafen Fische?" reflektiere er "mit den Augen eines Kindes einfühlsam über den Verlust eines Geschwisterkindes". Neben dem 1970 in Darmstadt geborenen Raschke waren die Kinderbuchautorinnen Judith Burger: ("Gertrude grenzenlos"), Stefanie Neeb ("Und wer rettet mich?") sowie Verena Reinhardt ("Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger") nominiert.














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