14.10.2026 - 13:14 Uhr

Laserscanner soll vor Felsstürzen auf Zugspitze warnen

Die Zugspitze ist massiv vom Klimawandel betroffen – wie die restlichen Alpen. Wegen der Erwärmung drohen Felsabbrüche. Ein neues Warnsystem kann das zwar nicht mehr aufhalten, soll aber helfen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besuchte die Forschungsstation auf der Zugspitze. Bild: Ehsan Monajati/dpa
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besuchte die Forschungsstation auf der Zugspitze.

Ein neues Frühwarnsystem an der Zugspitze soll die Gefahr von Felsstürzen vorhersagen. Ziel sei es, „noch präziser, noch genauer“ zu erfassen, wo sich der Fels durch den Rückgang des Permafrostes verändert und so das Risiko zu minimieren, sagte Ministerpräsident Markus Söder bei einem Besuch auf Deutschlands höchstem Berggipfel. Das Projekt der Technischen Universität München (TUM) koste rund 600.000 Euro. Der CSU-Chef rief den Bund auf, sich mehr an den Forschungskosten zu beteiligen.

Laserscanner an der Nordwand der Zugspitze

Geowissenschaftler Michael Krautblatter von der TUM betonte, dass die Technik bereits in der Höllental- und in der Partnachklamm eingesetzt werde, um den Fels zu überwachen. „Und das Gleiche wollen wir jetzt eben mit dem neuen Projekt auch für die Zugspitz-Nordwand machen“, sagte er. Mittels eines Laserscanners werde die ganze Felswand gemessen und durch bereits kleinste Veränderungen könne erkannt werden „da passiert was in der Wand, da schauen wir genauer hin“.

„Der Klimawandel ist spürbar. Der Permafrost geht weg, das Eis im Berg schmilzt und der Fels bröckelt. Genau das ist die Herausforderung, vor der wir stehen“, sagte Söder. Um zu verhindern, dass es am Ende zur Gefahr für Leib und Leben werde, sei es wichtig, frühzeitig Bescheid zu wissen. „Und deswegen forschen wir und deswegen suchen wir und deswegen gibt es wie Nervenstränge in den Fels hinein Untersuchungen.“

Alpen leiden besonders stark unter Klimaveränderungen

Krautblatter betonte, dass nirgends auf der Welt die Klimaveränderungen schneller voranschreiten würden als in den Alpen: „Nirgendwo auf der Welt schmelzen Gletscher so schnell wie in den Alpen. Wir haben fast drei Grad Erwärmung seit 1880 und die nächsten Jahrzehnte werden davon geprägt sein, dass wir uns auf diese Gefahren einstellen müssen.“ Seit 1820 hätten die Gletscher auf der Zugspitze 200 bis 300 Meter Mächtigkeit verloren. Der Permafrost in einer Höhe von 2.800 Metern werde in den kommenden zehn Jahren verschwinden, „auf dem Gipfel wird er noch 20, 30 Jahre sein“. Daher sei es jetzt das Wichtige diesen gefährlichen Übergangsbereich genau zu überwachen.

Ende September hatte es auf der Zugspitze einen heftigen Felssturz gegeben. In Summe war ein Gesamtvolumen von rund 13.800 Kubikmetern Gestein abgegangen. Der Abbruch ging von einer etwa 100 mal 40 Meter großen Fläche in 80 Grad steilem Gelände auf etwa 2.800 Metern Höhe aus.

© dpa-infocom, dpa:261014-930-838146/1

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