Prag
23.10.2026 - 11:32 Uhr

Leichtes Erdbeben erschüttert tschechisches Grenzgebiet

Ein Knall wie ein Kanonenschuss, die Häuser bebten: Im Westen Tschechiens nahe Bayern schreckte ein Erdbeben Bewohner aus dem Schlaf. Was sie in der Nacht noch hörten - und ob Schäden entstanden sind.

Der Seismograph einer Erdbebenwarte verzeichnet Ausschläge. (Symbolbild) Bild: Oliver Berg/dpa
Der Seismograph einer Erdbebenwarte verzeichnet Ausschläge. (Symbolbild)

Im westlichen Grenzgebiet Tschechiens zu Bayern hat es ein leichtes Erdbeben gegeben. Nach den Erdbebendaten des Geophysikalischen Instituts der tschechischen Akademie der Wissenschaften lag die Stärke bei rund 3,5. Der Erdbebenherd befand sich demnach nördlich von Bela nad Radbuzou in einer Tiefe von rund neun Kilometern. Zu der Erschütterung kam es kurz nach halb eins in der Nacht zu Freitag. 

Die automatisch erstellten Erdbebendaten müssen noch von Wissenschaftlern überprüft werden. Das Seismologische Zentrum Europa-Mittelmeer (EMSC) gab die Stärke leicht abweichend mit 3,3 und die Tiefe mit 16 Kilometern an. Die Entfernung zur Grenze nach Bayern lag nach den ersten Schätzungen nur bei rund zehn Kilometern.

In der Oberpfalz gingen bei der Polizei vereinzelt Anrufe wegen des Erdbebens ein, vor allem aus der östlichen Oberpfalz, wie eine Polizeisprecherin sagte. Schäden seien vorerst nicht bekannt.

Lärm wie ein Kanonenschuss

Bewohner des tschechischen Bezirks Tachov berichteten Medien zufolge von einem Grollen oder Dröhnen sowie einem starken Stoß. „Das war ein Schuss wie aus einer Kanone“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Tremesne, Kristian Ebenhöh, der Zeitung „Pravo“. „Das ganze Haus hat gebebt.“ Fast alle seiner Nachbarn seien in der Nacht davon aufgewacht, Schäden seien aber vorerst nicht gemeldet worden. 

Eine Bewohnerin der Kleinstadt Primda berichtete, es sei ein „wirklich sehr unangenehmes Gefühl“ gewesen. Sie verglich das Geräusch mit dem in der Ferne vorbeifahrender schwerer Lastwagen. Andere Augenzeugen in der Stadt Domazlice dachten, ein Heizungskessel sei explodiert oder ein Hubschrauber gelandet. 

Im Oktober 2022 war im Bezirk Tachov ein Erdbeben der Stärke 2,2 gemessen worden. Im Jahr 1985 hatte ein Beben der Stärke 4,6 die Region um die westliche Stadt Cheb (Eger) erschüttert. Dabei hatte es Risse in Hauswänden gegeben. Schornsteine stürzten ein und Dachziegel fielen herab.

© dpa-infocom, dpa:261023-930-881424/2

Moosbach23.10.2026
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