18.05.2018 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

Keine "Vollidioten" Löw mit scharfer Kritk an Wagner

Bundestrainer Joachim Löw wehrt sich deutlich gegen Kritik von Sandro Wagner. Auch beim FC Bayern zeigt man am Tag vor dem DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt wenig Verständnis für den Rücktritt des 30-Jährigen aus der Fußball-Nationalmannschaft.

"Ich kann auch ein Stück weit verstehen, dass er enttäuscht ist." Zitat: Joachim Löw über Sandro Wagner
von Agentur DPAProfil

München. Bundestrainer Joachim Löw reagierte mit ungewohnter Schärfe auf die Aussagen von Sandro Wagner, Bayern-Coach Jupp Heynckes und Club-Präsident Uli Hoeneß waren zumindest ziemlich verwundert über den Rücktritt. Der plötzliche Abschied des Stürmers aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sorgt weiterhin für jede Menge Wirbel. "Ich empfinde es als Kritik gegenüber seinen Kollegen, die auch spielen. Er stellt ja manche dar, die bei uns schon ewig spielen, die bei uns zu den Führungsspielern gehören, wie wenn sie so ausgemachte Vollidioten wären und nur noch deswegen bei uns sind, weil sie nicht ihre Meinung sagen", sagte Löw am Freitag in Berlin.

Bei einer Veranstaltung der "Bild"-Zeitung wurde Löw einen Tag vor dem DFB-Pokalfinale zwischen Wagners FC Bayern München und Eintracht Frankfurt im Gespräch mit dem TV-Sender Sky Sport News HD mehr als deutlich. "Ich fand die Reaktion ein Stück weit überzogen, auch den Rücktritt und die Gründe, die er genannt hat", sagte Löw, schränkte allerdings auch ein: "Ich kann auch ein Stück weit verstehen, dass er enttäuscht ist."

-Stürmer Wagner hatte als Konsequenz nach seinem Aus für die WM in Russland am Mittwoch kurzerhand seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet. "Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", hatte er gesagt. Der 30 Jahre alte Angreifer war von Löw nicht in das vorläufige Aufgebot für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland berufen worden.

Auch beim Rekordmeister selbst sorgte Wagners Verhalten für Verwunderung. "Ich denke, dass er voreilig emotional reagiert hat. Ich hätte es lieber anders gesehen, aber es ist seine persönliche Entscheidung, und die muss man respektieren", sagte Trainer Jupp Heynckes.

Hoeneß hatte derweil nicht mit Art und Weise des Rücktritts gerechnet. Das habe ihn "schon ein bisschen überrascht, so böse hätte er jetzt nicht unbedingt reagieren müssen", sagte Hoeneß bei Sky. "Er soll jetzt schön in den Urlaub fahren, soll sich gut vorbereiten und seine Zukunft beim FC Bayern sehen."

Ich kann auch ein Stück weit verstehen, dass er enttäuscht ist.Joachim Löw über Sandro Wagner

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