25.01.2019 - 12:40 Uhr
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Magischer Süden

Nach sieben Jahren haben Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer wieder ein gemeinsames Album eingespielt. Auf "Süden" folgt "Süden II".

Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer (von links) gehen wieder gemeinsame musikalische Wege. Das Resultat heißt „Süden II“.
von Autor MFGProfil

Der 51-jährige Ulmer Multiinstrumentalist Martin Kälberer hat mit Schmidbauer bereits mehrere Kooperationen bewerkstelligt, ist zusätzlich gefragter Komponist und Produzent. Der 1963 in Palermo geborene Cantautore Pippo Pollina ist in Italien, seiner Wahlheimat Schweiz und dank seinen Duetten mit Konstantin Wecker seit langem auch in heimischen Landen ein Begriff.

Und schließlich haben wir noch den 57jährigen Werner Schmidbauer im Bund. Der Oberbayer ist nicht nur seit Beginn der 1980er ein Markenzeichen als Fernsehmoderator des "Bayerischen Rundfunks", wurde 1984 für die Talkshow "Live aus dem Alabama" gar mit dem renommierten "Adolf-Grimme-Preis" geehrt, sondern er ist auch Singer/Songwriter. Der überaus entspannte Schmidbauer, der auf bald 40 Jahre Musiker-Karriere zurückblicken kann, ist es letztlich, der sich die Zeit fürs Gespräch über das wiederauferstandene Trio nimmt. Er freut sich sehr auf die erneute Kooperation auf "Süden II" (Jazzhaus Records) - und über den Umstand, dass er mit den beiden Seelenverwandten im Frühjahr bis weit in den Sommer hinein quer durch Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien touren wird.

ONETZ: Beim letzten Gespräch mit mir 2015 haben Sie gemeint, dass „mein Plan ist, keinen Plan zu haben“. Gilt das Motto immer noch?

Werner Schmidbauer: Irgendwie ist alles planlos bei mir, war es eigentlich immer. Was nicht bedeuten soll, dass ich keine Vision von meiner Arbeit hätte. Aber man kann als Kreativer nie alles durchtakten. Das funktioniert nicht. Dann bleibt die Leidenschaft auf der Strecke. Ach übrigens, die Duo-Sache mit Martin liegt weiter auf Eis. Wir sind richtig eng miteinander. Aber wenn einem zusammen nichts einfällt, muss man die Sache ruhen lassen.

ONETZ: Sind Sie, Pippo und Martin Seelenverwandte?

Ja, wir sind wahre Freunde, weit außerhalb von Studio und Bühne. Wir fahren zusammen Ski. Gehen gerne mal gemeinsam in die Kneipe. Und dort wird dann eher getrunken als über Musik gefachsimpelt. Die beiden Burschen sind mir sehr nah. Immerhin kenne ich Martin seit 1994, Pippo auch bereits seit 2002.

ONETZ: Inwieweit ergänzen sich „Süden“ und „Süden II“?

Es ist ein Projekt von drei Freunden, die sich charakterlich und menschlich ergänzen. Dazu kommt die Affinität zum Süden, da wir alle drei von dort stammen. Egal ob das jetzt der Süden Deutschlands oder der Italiens ist. Süden ist für uns, wo es warm ist. Vom Klima her wie emotional. Herzenswärme demnach. Beispielsweise für Migranten sowie Menschen, die auf der Flucht sind. Und weil in Pippos Heimat seit Jahren viele Flüchtlinge ankommen, ist es uns ein Anliegen, sich um diese Leute zu kümmern.

ONETZ: Waren Sie überrascht vom Zuspruch und Erfolg des Debütalbums?

Absolut! Weil es, für mich im besten Sinne des Wortes, anachronistische Musik ist, etwas Zeitloses. Doch der kommerzielle Aspekt war definitiv nicht der Grund, dass wir jetzt einen Nachfolger vorlegen.Tatsächlich war es so, dass wir permanent in Kontakt zueinander stehen. Dadurch sammeln sich Ideen an. Und irgendwann hatten wir genug davon im Köcher, dass wir sagten: „Okay, jetzt wird aufgenommen!“.

ONETZ: Wie definieren Sie das Wort „Anachronismus“ im Zusammenhang mit Musik?

Ein junger Typ wie Ed Sheeran begeistert mich! Der stellt sich nur mit Mikro plus Gitarre alleine vor ein riesiges Publikum – und die Leute sind begeistert, spüren einzigartige Energie. Sheeran steht quasi in unserer Tradition. Weil wir den Zuhörern in einer weitgehend identitätslosen Welt versuchen, ihre Identität zurückzugeben. Wir wollen den Leuten etwas geben, bei dem sie sich wohl fühlen. Und sich selbst spüren.

ONETZ: Ab dem Frühjahr geht es auf ausgiebige Tournee.Was ist von den Konzerten zu erwarten?

Ich bin überzeugt: Wir Jungs werden viel Spaß live haben. Und den auch ans Publikum weitergeben. Nach dem Gig ist es Tradition bei uns, dass wir auf einen Drink irgendwo in einer Bar gehen und nochmals das Geschehen Revue passieren lassen. Dann ab ins Hotel-Bett, richtig jung sind wir ja auch nicht mehr. Am nächsten Tag gemeinsam frühstücken. Man muss sich die Sache wie eine launige Klassenfahrt von drei reiferen Lausbuben vorstellen.

Info:

Service

Das Trio spielt am Donnerstag, 2. Mai, im Amberger ACC und am Mittwoch, 31. Juli, auf der Luisenburg in Wunsiedel.

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0

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