05.06.2018 - 17:06 Uhr
Deutschland & Welt

Mit MAN zu neuem Höhenflug

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer, zwei aber können für unvergessliche Urlaubsmomente sorgen. Und das hat nun gar nichts mit der Vogelwelt zu tun.

Nach der "First Edition" kommt der Boxdrive jetzt in das Serienprogramm.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Die pfeilschnellen Luftakrobaten hat Knaus Tabbert stilisiert im Firmenlogo. Die im niederbayerischen Jandelsbrunn beheimatete Unternehmensgruppe befindet sich seit Jahren im Höhenflug, meldet bei Absatz und Umsatz einen Rekord nach dem anderen. Das kommt nicht von ungefähr, zählt der Konzern doch zu den innovativsten und produktivsten Anbietern. Auch wenn die Branche mittelfristig europaweit von einem ungebremsten Wachstum ausgeht: “Eine gewisse Sättigung am Markt wird kommen”, weiß auch Geschäftsführer Wolfgang Speck. Bis dahin will Knaus Tabbert aber die Innovationsführerschaft behaupten und investiert in neue Technologien und noch höhere Qualität.

Alles umgekrempelt

Also haben die Niederbayern mal wieder die gesamte Modellpalette umgekrempelt. „Da ist sozusagen kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagt Gerd Adamietzki, Geschäftsführer Vertrieb. Star auf dem Neuheiten-Laufsteg ist der neue Van TI Plus, bei dem erstmals ein MAN als Basisfahrzeug dient. Der 2,0-l-Diesel mit dem Kürzel TGE bringt es auf 140 PS und eine Drehmomentspitze von 340 Newtonmeter, ist aber auch in einer stärkeren Variante mit 177 PS und 410 Nm zu haben. Vorteil der neuen Partnerschaft: Alle Wartungsarbeiten, auch die an der Inneneinrichtung, können von den MAN-Stützpunkten übernommen werden. Und das rund um die Uhr. Bei rund 1200 Servicestellen in Europa ein ausgesprochen interessanter Aspekt.

Der jetzt vorgestellte Prototyp punktet mit Längsbetten im Heck, einem hellen, frischen Design und geräumigem Bad. Notbrems- und Berganfahrsystem sind Serie, lassen sich aber durch eine ganze Armada von Helferlein noch aufrüsten: Die halten Spur und Geschwindigkeit, erkennen Verkehrszeichen, schauen rückwärts, greifen bei Seitenwind und beim Parken ein und vernetzen die Bordelektronik.

Der Van TI Plus fährt zunächst mit zwei Grundrissen ins neue Modelljahr und ist serienmäßig mit Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung unterwegs. Heck- und Vierradantrieb sind ebenso möglich wie eine Achtstufen-Automatik. Zum Einstieg ruft Knaus Tabbert einen Preis von 64 990 Euro auf. Für die 4x4-Variante muss man 2390 Euro zusätzlich einplanen. Weitere Grundrisse in der Klasse bis knapp unter 7,50 Meter sollen folgen.

"Himmel und Hölle" weg

Wenn auch die Liaison mit den Münchnern Schritt für Schritt auf die gesamte Modellpalette ausgeweitet werden soll, sind Knaus und Volkswagen keine geschiedenen Leute. Der nahezu baugleiche Motor kommt als Crafter aus der VW-Nutzfahrzeugsparte nach wie vor im erst vergangenem Jahr vorgestellten Boxdrive zum Einsatz. Die auf 150 Einheiten limitierte First Edition für knapp unter 80 000 Euro ist mittlerweile ausverkauft und wird ins Serienprogramm überführt. Dort ist auch das Sondermodell „Saint & Sinner“ (Himmel und Hölle) nicht mehr zu finden.

Überhaupt hat sich bei den CUVs, wie die Niederbayeren die ausgebauten Kastenwagen Knaus Boxstar/Boxlife und die Weinsberg-Zwillinge Caratour und Carabus nennen, viel getan. Bessere Bodenisolation, optimierte Heizungs- und Energieverteilung, modifizierte Grau- und Frischwassertanks oder die optionale Fußbodenheizung nehmen nicht nur die Furcht vor Frost, sondern sorgen auch für 25 Prozent mehr Stauraum. Und trotz eines kräftigen Plus an Ausstattung verspricht Knaus ein dickes Minus in der Preisliste: Bis zu zehn Prozent, was dann einen Vorteil von gut 4000 Euro ausmacht.

Frischer Wind weht beim Südwind. Die Wohnwagen-Ikone hat Knaus komplett überarbeitet und bietet nun 15 Grundrisse zwischen vier und sieben Meter Außenlänge. Ob nun Bugküche, Heckbad oder Einzelbetten – die Möglichkeiten der Individualisierung sind mannigfaltig. Und trotz reichlich Mehrausstattung sind die Preise nicht gestiegen. Als vollausgestattetes Sondermodell Silver Edition fährt der Sport vor, was einen Preisvorteil von gut 4600 Euro entspricht. Ähnlich groß die Einsparung für die Finest Edition beim Da Vinci, die bislang nur dem Luxus-Modell Vivaldi vorbehalten war. Alle Caravans gemeinsam haben eine Serviceklappe, hinter der zentral die Anschlüsse für Ver- und Entsorgung zu finden sind.

Pfeffrige Ausgabe

Europas meistverkauftes Reisemobil ist laut Knaus der Weinsberg Cara Compact in der Pepper-Edition. So etwas wie der Golf der Reisemobilbranche. Im neuen Modelljahr fährt er auf einem 160 PS starkem Peugeot-Chassis samt allen Assistenz-Systemen vor. Und der Cara Home tut es ihm gleich.

Luxuriöse Standards setzt der Sun I, für Gerd Adamietzki "immer noch der schönste vollintegrierte auf dem Markt“. Er erhält ein umfassendes Facelift und noch wertigere Ausstattungsdetails.

Bildergalerie zu den Neuheiten des Unternehmens

Der Weinsberg Cara Compact in der Pepper Edition ist das meistverkaufte Reisemobil Europas.

Wohnlich gestaltet ist der Innenraum des Boxdrive.

Mit dem Van TI setzt Knaus neue Akzente.

PK Knaus Tabbert

PK Knaus Tabbert

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp