27.05.2026 - 10:37 Uhr

Mann wegen KZ-Nachbauten vor Finanzamt in U-Haft

Ein 33-Jähriger soll Holzbauten mit eindeutigen Bezügen zu den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten vor ein Finanzamt in Niederbayern gestellt haben. Was daraufhin passiert ist.

Der Schriftzug „Arbeit macht frei“ stand über den Toren mehrerer Konzentrations- und Vernichtungslager. (Symbolbild) Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB
Der Schriftzug „Arbeit macht frei“ stand über den Toren mehrerer Konzentrations- und Vernichtungslager. (Symbolbild)

Weil er vor einem Finanzamt in Niederbayern zwei Holzkonstruktionen mit deutlichen Bezügen zu den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten aufgestellt haben soll, sitzt ein 33-Jähriger nun in Untersuchungshaft. Es gebe den dringenden Tatverdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung, bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München, welcher der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz angeschlossen ist. Zuvor hatte die „Bild“ darüber berichtet.

Dem Mann wird vorgeworfen, Mitte März im Eingangsbereich des Finanzamtes im niederbayerischen Eggenfelden einen Nachbau eines KZ-Torbogens aufgestellt zu haben. Der drei mal vier Meter große Torbogen aus Holz war mit mehreren Hakenkreuzen sowie dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ versehen, der unter anderem über dem Tor des größten Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz angebracht war.

Neben Torbogen auch Vernichtungsofen nachgebaut

Mitte April soll der Mann im Eingangsbereich des Finanzamtes im Landkreis Rottal-Inn erneut eine Holzskulptur aufgestellt haben, die offensichtlich einen Ofen eines NS-Konzentrations- oder Vernichtungslagers darstellen sollte und einem Kamin nachempfunden war. An der Holzkonstruktion waren mehrere Hakenkreuze sowie die Aufschrift „Zyklon B, SS-kaliert“.

Der „Bild“ zufolge hatte der Mann hohe Steuerschulden, nachdem die Einnahmen seiner Werbeagentur vom Finanzamt geschätzt worden seien. Dabei habe er seit Jahren keine Umsätze mehr erwirtschaftet. 

Der 33-Jährige hatte zunächst eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, da er eine Geldstrafe wegen eines Verkehrsdelikts nicht bezahlt hatte. Nun sitzt er nach Auskunft des Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft wegen der Vorwürfe in Eggenfelden aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Landshut in Untersuchungshaft.

© dpa-infocom, dpa:260527-930-134190/1

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