Marktredwitz
31.10.2023 - 16:06 Uhr
OnetzPlus

Musikmachen wie die Profis im Jugendzentrum Marktredwitz

Podcasts produzieren, Bildmaterial vertonen oder eigene Titel aufnehmen – all das ist jetzt im Marktredwitzer Jugendzentrum möglich. Das neu eingerichtete Studio öffnet am Donnerstag und Freitag zum ersten Mal seine Pforten.

Begibt man sich durch das geräumige Treppenhaus in den ersten Stock des Marktredwitzer Jugendzentrums (Juz), vorbei an den Gaming-Computern, stößt man auf eine echte Perle, die Besucher mit Neuwagenduft empfängt: ein Tonstudio mit nagelneuem Equipment inklusive Podcast-Zimmer mit Schalldämmung. Stolz präsentiert Rene Bergner Computer, Laptop mit vielseitiger Software zum Aufnehmen, Kopfhörer, Mikrofone, Keyboard, Digitalmischpult und Lautsprecher-Boxen. Dem Hausrat im Marktredwitzer Jugendzentrum, der das Projekt selbst angestoßen und beantragt hat, schwebt eine breite Palette an Nutzungsmöglichkeiten vor.

„Podcasts und eigene Songs oder Melodien aufnehmen, Bildmaterial unterlegen oder Hörspiele aufnehmen – im Prinzip ist alles, was mit Musik oder Sprechen zu tun hat und vertont werden soll, hier umsetzbar“, sagt der Waldershofer begeistert und ergänzt: „Eine Karriere in der Musikbranche oder Erfolg in Sozialen Medien ist ein Traum vieler junger Menschen.“ Somit sei das neu geschaffene Angebot nicht nur Anlaufpunkt für junge Hobbymusiker, sondern auch eine echte Chance für Nachwuchskünstler und Entertainment-Talente.

Finanziert wurde die knapp 12 000 Euro teure Ausstattung des Studios vom „Zukunftspaket für Kinder und Jugendliche“, einem Projekt für Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis Fichtelgebirge. Die nagelneuen Geräte erfordern aber nicht nur einen Sponsor, sondern auch technisches Know-how. „Ich selbst habe bislang überhaupt keine Erfahrung in diesem Bereich“, gesteht Bergner. Ein Grund, weshalb Donnerstag und Freitag (2. und 3. November) jeweils von 13 bis 18 Uhr ein Workshop stattfindet, der Interessierten zwischen 14 und 27 Jahren alles Nötige beibringt, um das Studio sachgemäß zu nutzen.

Ansprechpartner bei den Lehreinheiten ist der Hofer Tontechniker Markus Plietsch, der bei der Einrichtung des Studios mit Rene Bergner etliche Stunden geopfert hat. „Von der Organisation über die Bestellung bis hin zum Aufbau war Markus überall mit involviert. Wir sind glücklich, einen Experten wie ihn an der Hand zu haben“, sagt Bergner.

Seine Idee eines Tonstudios in dem Raum, der ursprünglich als Escaperoom angedacht war, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass er selbst gerne Gitarre spielt und „ab und zu ein bisschen“ dazu singt. „Ich dachte mir ,Wie cool wäre es, wenn es hier einen Raum gäbe, in dem jeder Jugendliche, der Lust hat, kostenlos etwas aufnehmen kann?´“ Ein Tonstudio zu mieten sei üblicherweise sehr kostspielig und zudem mit der Fahrt in eine größere Stadt verbunden, Aufnahmen mit dem Smartphone seien bei weitem nicht so professionell. „Das Studio sehe ich als hervorragende Aufwertung unseres sowieso breit aufgestellten Freizeitangebots hier im Juz.“

Die Künstlerwerkstatt bietet Profi-Level, der Rahmen hingegen ist ungezwungen: „Jeder, der das Studio nutzen möchte, kann einfach auf die Betreuer oder auf uns Hausräte zukommen. Jeder kann hier realisieren, worauf er Bock hat und selbst Instrumente oder weiteres Equipment mitbringen. Eine Anmeldung ist nicht nötig“, informiert der 23-Jährige, der dem Loeschwerk 10 seit einem Praktikum im Rahmen seiner Erzieherausbildung vor zwei Jahren die Treue hält. „Unser Juz hier in Marktredwitz ist in Oberfranken tatsächlich das einzige, das noch ausschließlich auf Jugendliche ausgerichtet ist. In den übrigen ist die Altersspanne breiter angelegt, sodass häufig schon Kinder ab acht Jahren zu den Besuchern zählen.“ Folge des Konzepts mit der enger gefassten Altersspanne sei ein „tolles Miteinander“. Für viele sei das Juz dadurch eine zweite Familie.

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