31.01.2020 - 11:43 Uhr
MarktredwitzDeutschland & Welt

Tatütata im Fichtelgebirge

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Die erste Staffel von "Der Fichtelgebirgskrimi - Siebenstern" startet am 13. Februar mit spektakulär in den Kinos. Mit dabei zwei echte Oberpfälzer: die Schauspielerin Christina Baumer und der Feierwehrkapell'n-Chef Norbert Neugirg.

Die in Wiesau aufgewachsene Münchener Fernsehschauspielerin Christina Baumer jagt (hier bei einem Probendreh) im Fichtelgebirgskrimi als Polizeiwachtmeisterin Lena Völkl in spektakulären Szenen regionale Verbrecher.
von Ulla Britta BaumerProfil

Viel Blaulicht wird’s geben, wenn bekannte Schauspieler bald mit einem täuschend echten Polizeiauto in authentischen Polizeiuniformen über die Kinoleinwand rasen, um fiktive Verbrecher zu jagen: Der Kinostart von „Der Fichtelgebirgskrimi – Siebenstern“ dauert keine zwei Wochen mehr. Regisseur und Drehbuchautor Michael von Hohenberg sitzt dennoch gelassen im Café des Kösseine Einkaufszentrums in Marktredwitz. Nach vielen aufregenden und anstrengenden Drehtagen kann er sich sorglos auf die Filmpremiere am 8. Februar mit seinem Filmteam und vielen Ehrengästen freuen.

Die Arbeit der Filmpolizei darf nicht immer ganz ernst genommen werden. Von Hohenberg hat den vier Staffelepisoden, die für den Start zum Film zusammengefasst wurden, hintergründigen Humor einverleibt. Alles dreht sich um die Polizeiinspektion Siebenstern in Wunsiedel mit ihren vier Wachen. Die sehen sich wegen Rationalisierungsmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht. Nur die beste Wache bleibt, verkündet Polizeipräsident Rath. Er löst damit einen äußerst kreativen Wettstreit aus, der Polizeiarbeit völlig neu definiert.

Ein starkes Team

Michael von Hohenberg hat beim Dreh nicht gekleckert und holte sich starke Leute ins Boot: Doreen Dietl (Dahoam is dahoam), Andreas Leopold Schadt (Franken-Tatort), Giovanni Arvaneh (Marienhof), Hubert Burczek (Soko München) sowie Christina Baumer (Münchener Tatort, Hubert ohne Staller, Familie Dr. Kleist). Den Minister spielt mit Hans-Peter Friedrich sogar ein waschechter Minister a. D.

Zudem hatte Norbert Neugirg, Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell’n, im „Siebenstern“ sein Filmdebüt als Chef der Oberpfälzer Wache. „Ich bin sehr gespannt, wie alles rüberkommt auf der großen Kinoleinwand“, freut sich die Münchenerin Christina Baumer. Sie hatte in der Rolle der Polizeiwachtmeisterin Lena Völkl mit ihrem „Chef“ Franz Huber (Norbert Neugirg) richtig viel Spaß an der Verbrecherjagd. „Mit Norbert zu drehen war super“, betont die Profi-Schauspielerin. Sie musste im Krimi erst gar nicht die Oberpfälzerin mimen, denn die Fernsehschauspielerin hat ihre Wurzeln in Wiesau (Kreis Tirschenreuth). Wie Michael von Hohenberg geht Baumer davon aus, dass es weitergeht: „Wenn es ein Erfolg wird, freue ich mich jetzt schon auf Staffel 2.“

Von Hohenberg aus Weißenstadt (Kreis Wunsiedel) ist vom Fach: Der Film- und Fernsehschauspieler kann auch Kameramann, arbeitet als Aufnahmeleiter (unter anderem beim Franken-Tatort), produziert international filmpreisgekrönte Projekte und kennt in der Branche nahezu jeden Star persönlich. Von Hohenberg hätte auch, wie er erzählt, Stars wie Thomas Gottschalk einbeziehen können. Das scheiterte aber oft an zeitlichen Gründen.

Der Weißenstädter Regisseur ist dennoch mit seinem Aufgebot mehr als zufrieden. „Was nicht ist mit Gottschalk und Co., kann ja in Staffel 2 oder 3 noch werden“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Finanzielle Herausforderung

Viel schwieriger war die Finanzierung diese Low-Budget-Produktion. Hier spricht der Regisseur die logistische Herausforderung zum Film an. „Low-Budget“ heißt in der Filmbranche salopp gesagt „wenig Geld da, aber wir machen’s trotzdem“. Tatsächlich standen der Produktion nur 25 000 Euro zur Verfügung. Das Doppelte hat sich von Hohenberg erhofft. Mit der Hälfte drehte er eine vierteilige Staffel mit 24 Schauspielern, über 150 Komparsen und 30 Leuten hinter der Kamera. Drehorte waren Wunsiedel, Weißenstadt, Bischofsgrün, die stillgelegte Westernstadt Plech und das Oberfränkische Bauernmuseum Kleinlosnitz.

Auch sonst sei alles zufriedenstellend verlaufen, fasst er vor dem Filmstart zusammen. In einer Vorbereitungszeit von vier Monaten und 18 Drehtagen wurde die erste Staffel aus dem Boden gestampft. Eine satte Leistung, die keine Eintagsfliege bleiben soll. Regisseur und Produzent von Hohenberg schreibt bereits an der zweiten Staffel.

Bei dem großen Interesse am Projekt, sagt er, sei eine zweite Staffel keineswegs unrealistisch.

ONETZ: Sie spielen seit längerer Zeit auf der Luisenburg Theater. Aber soweit ich weiß, war das Ihr erster Dreh in einem professionellen Film?

Norbert Neugirg: Vor Jahren mimte ich den Staatssekretär von Innenminister Herrmann in einem fränkischem Versuchskrimi namens "Murggs". Der lief in einigen Kinos. Nachdem fast alle Gaukler aus Fastnacht in Franken dabei waren, musste ich auch mit herhalten. Der unerwartete Erfolg blieb aus.

ONETZ: Wie war Ihre erste Reaktion, als Ihnen die Rolle als Polizeiinspektionsleiter für den Fichtelbebirgskrimi angeboten wurde?

Meine erste Reaktion auf die E-Mail war gar keine. Ich schob die Antwort vor mir her, weil ich - wie schon so oft in meinem Leben - ratlos war. Dann schrieb mir Christina Baumer und dann fragte auch noch Luisenburg-Schauspieler David Zieglmaier im Auftrag von Michael von Hohenberg nach meiner Mobilnummer. Michael kam dann nach Windischeschenbach und in der Zoiglstube "Beim Roudn" hat er mich rumgekriegt.

ONETZ: Ist die Bühne besser oder könnten Sie sich auch mit dem Dreh vor der Kamera anfreunden?

Beim Drehen hat man mehrere Versuche. Dadurch dauert es länger, wenn nicht sogar sehr viel länger. Auf der Bühne hat man nur einen Versuch, und wenn die Vorstellung vorbei ist, kann oder muss man rasch das Weite suchen.

ONETZ: Sie haben sich beruflich als Feierwehrkapelln-Kommandant dem schwarzem Humor verschrieben. Jetzt reimen Sie auch noch als Polizeiwachtmeister einer Polizeiinspektion, wo es auch recht lustig zugeht. War der Unterschied groß für Sie oder konnten Sie von Ihrer Erfahrung als "Kommandant" auf den Bühnen schöpfen?

Neugirg: Die verhexte Reimerei bringe ich einfach nicht los. Regisseur und Autor Michael meinte, ich solle in Versen sprechen. Er hat auch welche für mich geschrieben. Er ließ mir aber die Freiheit, diese umzutexten, was ich auch tat. El Comandante ist ja Oberpfälzer und hat's nicht so mit den Franken. Mein Polizeihauptkommissar Franz Huber aus der Oberpfalz ist da ähnlich veranlagt.

ONETZ: Sie spielen mit einer Profi-Schauspielerin, Christina Baumer aus München. Sie mimt im Krimi Ihre Mitarbeiterin in der Polizeiinspektion. Konnte Sie Ihnen als Neuling am Set etwas G'scheites beibringen?

Christina war es, die mich letztendlich breitgeschlagen hat. In meinem Alter kommt es selten genug vor, dass eine junge Frau etwas von einem will, also gibt man nach...und übernimmt die Rolle. Gelernt habe ich von ihr eine Menge, zum Beispiel dass es vor der Kamera keine großen Gesten braucht. Im Film gibt es keine letzte Zuschauerreihe, die es - wie in großen Sälen - wachzuhalten gilt.

ONETZ: Sie haben sicherlich in einige Szenensegmente schon kurz reinschauen dürfen. Teils schwirren diese bereits in den Social Media herum. Sind Sie mit sich als "Filmstar" zufrieden?

In den paar Szenen, in denen ich vorkomme, habe ich zwar einiges an mir gesehen, was ich vielleicht anders oder besser hätte machen können, aber im großen und ganzen taugt's mir schon. Was den "Filmstar" anbelangt, so stehe ich wohl eher am Anfang einer ausklingenden Karriere.

ONETZ: Wird der "Siebenstern"- Fichtelgebirgskrimi ein Kinohit?

Für Christina und alle Beteiligten hoffe ich natürlich, dass der Siebenstern einschlägt. Bei mir kommen andere Einschläge näher. Insofern sehe ich dem Erfolg, den ich dem Fichtelgebirgskrimi aber aus ganzem Herzen wünsche, mit der Abgeklärtheit des Alters entgegen. Und ich bin gespannt .... wie ein alter Regenschirm.

Schauspielerin Christina Baumer und Gaudi-Feuerwehr-Kommandant Norbert Neugirg waren bei den Dreharbeiten in der ehemaligen Westernstadt Plech am Set.
Regisseur Michael von Hohenberg freut sich, mit Schauspielerin Christina Baumer (links) und dem Chef der Altneihauser Feierwehrkapell’n, Norbert Neugirg (rechts), auch zwei Oberpfälzer in seinem fränkischen Fichtelgebirgskrimi integriert zu haben. „Schließlich“,sagt er, „reicht das Fichtelgebirge auch bis in die Oberpfalz hinein."
Regisseur und Produzent Michael von Hohenberg sieht der Filmpremiere und dem Filmstart am 13. Februar gelasen entgegen. Allein die über 12 000 Klicks in den Social Media beweisen, dass sein Polizeikrimi reichlich Interesse schon jetzt findet.
Christina Baumer (rechts vorne) hat sich am Set unter den Kolleginnen und Kollegen seh rwohl gefühlt. "Wenn es eine zweite Staffel gibt", sagt sie, "bin ich wieder dabei."
Info:

Service

„Der Fichtelgebirgskrimi – Siebenstern“ startet am Donnerstag, 13. Februar, in ausgewählten regionalen Kinos, unter anderem im Cineplanet Tirschenreuth, Cineplanet Marktredwitz, „Neue Welt Kino-Center“ Weiden. Ab April wird die vierteilige Serie auf Amazon.de zu sehen sein. Die Filmpremiere findet am Samstag, 8. Februar, im Cineplanet Marktredwitz mit geladenen Gästen statt.

Weitere Informationen:

www.derfichtelgebirgskrimi.de

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